20.11.2001 | 00:00

LH Pröll beim Kongress „Leben und überleben“ in Wien

„Müssen uns aus der Fernsteuerung der Politik lösen!“

Als gemeinsame Veranstaltung der drei „grünen“ Universitäten BOKU Wien, Tschechische Agraruniversität Prag und Universität von West-Ungarn begann gestern in der Wiener Hofburg der Internationale Kongress „Leben und überleben – Strategien für die Zukunft“ mit 1.500 Teilnehmern aus 23 Ländern und 56 Referenten aus Wissenschaft und Politik. Der Kongress soll Perspektiven und Strategien angesichts der Tatsache aufzeigen, dass der europäische Integrationsprozess in den ländlichen Räumen zu großen Veränderungen führen wird. Die Universitäten leisten ihren Beitrag, um das Bedürfnis der Menschen nach Lebensqualität, nachhaltiger Gestaltung der Lebensräume und der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zu befriedigen.

Zur Einleitung gab Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, selbst Absolvent der Universität für Bodenkultur, dem Kongress erwartungsvolle, aber auch kritische Anmerkungen mit. Zwar habe er selbst während seines Universitätsstudiums das Prinzip der Nachhaltigkeit als selbstverständlich erfahren, aber später habe er erkennen müssen, dass die Nachhaltigkeit keineswegs mehr selbstverständlich ist. Es entstehe die Gefahr, dass die kleine, überschaubare Einheit unter die Räder komme, auch der ökologische Kreislauf gerate in Gefahr. Die Gegensätze zwischen Stadt und Land konnten hingegen abgebaut werden. Heute sei man in der Lage, durch technische Möglichkeiten Berge zu versetzen, bedauerlicher Weise tue man dies auch. Die Natur schlage aber entsprechend zurück. Niemand lerne wirklich daraus. Die Geldtasche zähle weiterhin mehr als Wissen und Erfahrung, so Pröll. „Wir geraten immer mehr in die Abhängigkeit von Megakonzernen und Spekulanten, und man gewinnt oft den Eindruck, die Politik sei ferngesteuert. Davon müssen wir uns lösen.“ Der Kongress biete zweifellos die Möglichkeit, sich der Gefahren bewusst zu werden und Gegenstrategien zu entwickeln, schloss Pröll.


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