29.06.2007 | 18:12

Artenschutzprojekt über die Großtrappe

LHStv. Onodi: ‚Jahr der Freiwilligen‘ auch für Naturschutz wichtig

Die Großtrappe stand im Mittelpunkt einer Pressekonferenz in der Landwirtschaftlichen Fachschule in Obersiebenbrunn, Bezirk Gänserndorf, an der auch Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi teilnahm.

Dem Naturschutz in Niederösterreich kommen sehr viele miteinander verbundene Interessen zugute, ob es nun um die der Bewohner, der Jäger, der Landwirte, der Touristen oder etwa der Fischer gehe. Der Naturschutz brauche aber auch selbst eine Interessensvertretung, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi. „Ohne eine entsprechende Zusammenarbeit würden viele Dinge nicht funktionieren. Gerade im ‚Jahr der Freiwilligen‘, das wir heuer begehen, möchte ich schon jetzt Dankeschön für die freiwillige Mitarbeit vieler Helfer zu Gunsten des Schutzes der bedrohten Großtrappe sagen.“

Der Bestand der Großtrappe – mit einem Gewicht der Hähne von rund 15 Kilogramm der schwerste flugfähige Vogel – ist in den letzten Jahrzehnten weltweit zurückgegangen. In Österreich setzten erste Bemühungen zum Schutz der Großtrappe bereits vor 50, 60 Jahren ein. Wurden 1940 noch rund 700 Trappen gezählt, waren 1999 nur mehr 50 bis 70 Hähne und Hennen anzutreffen, die sich auf vier Restpopulationen, davon zwei in Niederösterreich, aufteilten. Das Bundesministerium für Umwelt hat daher gemeinsam mit den betroffenen Ländern Niederösterreich und Burgenland eine neuerliche Initiative gestartet, die Großtrappe in Österreich zu erhalten. Erste Erfolge konnten im Jahr 2000 mit zwei flüggen Junghennen und heuer durch einen weiteren Jungvogel verbucht werden.

Die Unterstützung des Trappenschutzprojektes seit 2001 durch alle elf Marchfelder Gemeinden ist besonders erfreulich. Seit vielen Jahren unterstützen das Bundesministerium für Umwelt, das Land Niederösterreich, der Distelverein, der Naturschutzbund Niederösterreich, der NÖ Landesjagdverband und die Pannonische Gesellschaft Großtrappenschutz sowie Landwirte und Jäger die Aktionen. Das Land Niederösterreich unterstützt die Großtrappen jährlich mit rund 500.000 Schilling (36.336 Euro). Stellvertretend für die zahlreichen engagierten Marchfelder wurden 16 Personen – Bauern, Jäger, Landwirte, die ihre Äcker als Schutzfläche zur Verfügung gestellt haben, Menschen, die bei der Bestanderfassung mitgeholfen haben und regionale Meinungsbildner – geehrt.

Ein Hauptaugenmerk im Trappenschutz wird auf einen geeigneten Lebensraum gelegt, weshalb die flächenbezogenen Schutzmaßnahmen ab dem Jahr 2000 deutlich ausgeweitet wurden. Im Rahmen des Österreichischen Programms zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft (ÖPUL-Programm) wurden im Marchfeld innerhalb von zwei Jahren 244 Hektar Trappenschutzflächen geschaffen. In Niederösterreich werden konkrete Schutzmaßnahmen und die fachgerechte Betreuung im Rahmen des Programms ländliche Entwicklung aus Mitteln der EU und des Landes Niederösterreichs gefördert.


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