16.11.2001 | 09:20

1.500 am Landesfeiertag in Grafenegg

LH Pröll: Gemeinsam auf das Land Acht geben

„Das Bemühen des Heiligen Leopold, in seiner Zeit durch Toleranz und Menschlichkeit Friede und Freiheit zu schaffen, soll gerade auch in der heutigen Zeit ein Beispiel sein.“ Das erklärte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gestern beim schon traditionellen „Festlichen Abend zum Landesfeiertag“ in Grafenegg. 1.500 Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport füllten die Reitschule des Schlosses bis auf den letzten Platz, hörten die Reden des Landeshauptmannes sowie des international bekannten Schriftstellers und „Querdenkers“ Peter Turrini und genossen ein festliches Konzert mit Werken von Gottfried von Einem, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms, dargeboten von den NÖ Tonkünstlern unter der Leitung von Carlos Kalmar und Rudolf Buchbinder am Klavier.

Landeshauptmann Pröll meinte, dass die Leopoldifeiern auch die beispiellose Entwicklung Niederösterreichs in den letzten Jahrzehnten widerspiegeln: von der Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit in der Nachkriegszeit über die Freude über die Befreiung im Jahr 1955 bis zur Euphorie, dass „auch die Welt um uns eine freie geworden ist“. Heute gebe es neue große Herausforderungen, seit dem 11. September sei die Welt eine andere geworden. Die Gemeinschaft und jeder Einzelne seien gefordert, diese Welt ein wenig besser zu machen, der Brutalität die Solidarität, dem Fanatismus den Idealismus entgegenzustellen. Das Ergebnis der Volkszählung mit erstmals mehr als 1,5 Millionen Einwohnern sei eine „Liebeserklärung“ an das Land. Nun gehe es darum, gemeinsam auf das Land Acht zu geben und dafür zu arbeiten, dass es so weitergeht.

Peter Turrini legte ein eindrucksvolles Bekenntnis zu Niederösterreich ab, er ist seit einigen Jahren in Retz ansässig. Als Sohn eines italienischen Gastarbeiters in Kärnten habe er schon als Kind das Gefühl des Fremdseins kennen gelernt, es habe ihn sein ganzes Leben nicht los gelassen. Wenn er heute von seinen vielen Reisen zurückkehre, dann lassen ihn der Charme, die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Menschen in Retz dieses Fremdsein vergessen. Gerade diese Verbundenheit bewog ihn aber auch zu kritischen Worten. Die Trauben- und Weinpreise, die derzeit bezahlt werden, seien eine Missachtung eines einst selbstbewussten Standes und dessen Arbeit. Turrini dankte dem Landeshauptmann, der ihn zu dieser Rede eingeladen hatte, ohne zu wissen, ja ohne wissen zu wollen. was er sagen werde.


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