02.11.2001 | 00:00

Einkommensentwicklung in Niederösterreich

AK fordert angemessene Lohn- und Gehaltsabschlüsse

Die Produktivität in Österreich stieg im europäischen Vergleich enorm an, die Entwicklung der Lohnstückkosten ist günstiger als in anderen EU-Ländern. Trotzdem sinke die Lohnquote unaufhörlich. Niederösterreich sei im Vergleich mit den übrigen Bundesländern in einer noch schlechteren Lage, stellte die Arbeiterkammer NÖ in einer der Öffentlichkeit präsentierten Analyse der Einkommenssituation fest. Grund genug für die Forderung, dass die Löhne und Gehälter wieder stärker steigen müssen. Die Analyse enthält noch eine ganze Reihe anderer aufschlussreicher Fakten:

Im vergangenen Jahr gab es für die in Niederösterreich Beschäftigten ein Minus bei Gehältern und Löhnen. Nach Abzug der Inflation ergibt sich ein Minus von 0,7 Prozent für 2000 gegenüber 1999.

Niederösterreich liegt weiterhin im Einkommensvergleich nur an 6. Stelle. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher haben auch den zweitniedrigsten Einkommenszuwachs in Österreich zu verzeichnen.

Frauen verdienen in Niederösterreich um ein Drittel weniger als Männer. Das mittlere Männereinkommen liegt bei 23.900 Schilling (1.737 Euro), das der Frauen bei 15.865 Schilling (1.153 Euro). Weibliche Arbeiter verdienen mit 13.521 Schilling (983 Euro) weit weniger als den von AK und ÖGB geforderten Mindestlohn von 1.000 Euro. Frauen haben überdies einen großen Einkommens- und Karriereknick zu verzeichnen, wenn sie Kinder bekommen.

Große Einkommensunterschiede gibt es auch zwischen den Bezirken. Mödling führt vor Lilienfeld, Schlusslicht ist Hollabrunn, und Gänserndorf ist in zehn Jahren vom dritten auf den vorletzten Platz abgesackt. Diese Zahlen erklären auch den hohen Pendleranteil des Weinviertels.

Mehr Lohn und Gehalt, und das ausreichend, um dieser Entwicklung gegenzusteuern, das ist die Hauptforderung. Dazu verlangt die AK, im Hinblick auf die kommende Osterweiterung qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen, denn mit Dumpinglöhnen werde es nicht gelingen, der östlichen Konkurrenz Paroli zu bieten. Die AK verlangt weiters Investitionen in die Bildung und steuert ihr Programm „AK Plus“ bei, einen Bildungsbonus für Maßnahmen in zukunftsorientierten Branchen. Und schließlich verwahrt sich die AK gegen die Absichten, die Kollektivverträge auf Betriebsebene zu verlagern. Dadurch entstehe ein massiver Lohndruck nach unten, wird befürchtet.


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