29.10.2001 | 00:00

Am Vorabend des Nationalfeiertages:

LR Kranzl lud zu Standortbestimmung über die Armut in NÖ

Am Vorabend des Nationalfeiertages lud Sozial-Landesrätin Christa Kranzl in das NÖ Landhaus in St.Pölten zu einer Standortbestimmung zum Thema „Gemeinsam gegen neue Armut“ ein. Im Landtagssitzungssaal diskutierten am Donnerstag Experten wie Dr. Tom Schmid (Sozialökonomische Forschungsstelle) oder Dr. Michael Landau (Direktor der Caritas Wien) engagiert über die vielfältigen Formen der Armut in Niederösterreich. An der Tagung nahm auch Zweiter Landtagspräsident Emil Schabl teil.

Die Wege in die Armut sind meistens durchaus alltäglich, sagte Kranzl in ihrem Einleitungsreferat. Jeder Fall von Armut, ob materielle Armut oder Armut durch Ausgrenzung, ist aber auch ein Schicksal, das in einer solidarischen Gesellschaft solidarische Betroffenheit und Aufarbeitung erfordert.

Statistisch sind wir alle reich, meinte etwa Schmid in seinem Impulsreferat, denn das Geldvermögen pro Kopf betrug Ende 2000 473.350 Schilling (34.400 Euro), das sind um 6 Prozent mehr als 1999. Aber die Verschuldung sei im gleichen Zeitraum um 9,7 Prozent auf 140.243 Schilling (10.192 Euro) gestiegen. Tatsächlich würden in Österreich rund 900.000 Personen knapp an der Armutsschwelle leben, und rund 340.000 Menschen seien akut betroffen (Zahlen von 1997).

Überproportional armutsgefährdet sind ArbeitsmigratInnen, Langzeitarbeitslose, AlleinerzieherInnen, Familien mit drei und mehr Kindern, Erwerbspersonen mit Hilfstätigkeiten, BäuerInnen und verschuldete Haushalte. Eine Gefährdung durch Armut erhöht das Gesundheitsrisiko. Armut wird aber auch „gemacht“, etwa durch eine Trennung, durch Krankheit, Alkohol- und Drogenmissbrauch, einen Unfall, der vielleicht selbst verschuldet wurde, durch eine Strafhaft oder durch Überschuldung.


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