25.10.2001 | 00:00

Diagnose und Behandlung von Sodbrennen

NÖGUS ernennt Chirurgie im KH Krems zum Kompetenzzentrum

Bereits seit der Übernahme des Primariats durch Univ.Doz. Dr. Gerhard Schwab im Jänner 2000 spezialisiert sich die Abteilung für Chirurgie im Krankenhaus Krems auf die Diagnose und Behandlung von schwerem Sodbrennen. Diese Bemühungen und die erworbene Expertise wurden nun auch vom Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) honoriert, der die Abteilung zum „Kompetenzzentrum für gastroösophageale Funktionsstörungen“ ernennt. Zusätzlich zur Refluxkrankheit werden in Krems sämtliche Bereiche der allgemeinen Chirurgie abgedeckt.

Auf Grund der laufenden Fortschritte in der modernen Medizin ist bei komplexen Krankheitsbildern eine Spezialisierung unumgänglich. Nur die regelmäßige Behandlung eines Krankheitsbildes garantiert das nötige Know-how für optimale Patientenbetreuung. An der Abteilung von Prim. Schwab wurden heuer bereits 352 Personen zur Abklärung ihres Sodbrennens aufgenommen. Bei 91 Patienten wurde ein operativer Eingriff vorgenommen; bis Jahresende rechnet Prim. Schwab mit ca. 120 Operationen. Im Unterschied zu anderen Krankenhäusern wird zusätzlich zur Therapie auch die gesamte Diagnostik innerhalb der chirurgischen Abteilung durchgeführt.

NÖGUS-Vorsitzender Mag. Wolfgang Sobotka, der die Benennung als Kompetenzzentrum nach eingehender Qualitätskontrolle genehmigt hat: „Durch den Titel ‚Kompetenzzentrum‘ wird die Qualität der Kremser Chirurgie noch besser in die Öffentlichkeit getragen. Prim. Univ.Doz. Dr. Gerhard Schwab ist Spezialist auf dem Gebiet der Antirefluxoperation und heuer österreichweit führend mit Operationszahlen. Die Leistungen an seiner Abteilung entsprechen den internationalen Qualitätskriterien und können daher selbstverständlich den Patienten empfohlen werden. Für das Waldviertel und auch für das ganze Land Niederösterreich bedeutet dies eine weitere Qualitätssteigerung, die letztlich allen Patienten zugute kommt.“

Sodbrennen ist ein weitverbreitetes Übel. Aktuelle Daten zeigen, dass mehr als 50 Prozent der westlichen Bevölkerung zumindest zeitweilig darunter leiden. Bei rund 15 Prozent ist eine schwere therapiebedürftige Form gegeben. Da es sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt, besteht die Gefahr, dass es ohne entsprechende Therapie zu Komplikationen kommt. Prim. Schwab: „Geschwüre der Speiseröhre, Blutung, Verengung, im Extremfall das Auftreten eines Speiseröhrenkrebses können mögliche Spätfolgen einer nicht behandelten Refluxkrankheit sein.“ Rund 90 Prozent der Betroffenen kann durch eine Umstellung der Lebensweise bzw. mit Medikamenten geholfen werden. Viele Patienten, bei denen es dennoch zu Rückfällen kommt, wissen jedoch nicht, dass ihnen mit Hilfe einer minimal-invasiven Operation dauerhaft geholfen werden kann. Diese Therapie bietet sich auch für jüngere Patienten an, die ansonsten lebenslänglich Medikamente einnehmen müssen.

Die Operation wird laparoskopisch (mittels „Schlüsselloch-Chirurgie“) durchgeführt. Über fünf kleine Schnitte in die Haut werden eine Videokamera und die feinen Operationsinstrumente in die Bauchhöhle eingebracht. Als erster Schritt wird der immer vorhandene Zwerchfellbruch korrigiert. Danach wird aus einem Magenanteil eine Manschette gebildet, die um die Speiseröhre herumgeschlagen und an der Vorderseite vernäht wird. Durch diese Manschette wird die Schließmuskelfunktion der Speiseröhre verstärkt, und der Magensaft kann nicht mehr zurückfließen. In geübter Hand handelt es sich um einen schonenden und sicheren Eingriff. Der Krankenhausaufenthalt dauert ca. eine Woche, nach zwei bis drei Wochen ist der Patient wieder voll leistungsfähig.

Prim. Schwab hält auch regelmäßig Vorträge über die Refluxkrankheit für Patienten. Die nächsten Termine finden am 8. November in der VHS Melk und am 16. Februar in der Ärztekammer Niederösterreich statt.

Rückfragen: Mag. Theresia Unger, Barbara Halbwidl, Pro & Co PR + WEB, Telefon 01/470 63 20, e-mail: t.unger@proco.co.at, b.halbwidl@proco.co.at


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