24.10.2001 | 00:00

Hilfeschrei der beiden Rettungsorganisationen in NÖ

Verbesserung der Finanzierung gefordert

Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi, der Präsident des NÖ Roten Kreuzes, Dr. Hadmar Lechner, und der Präsident des NÖ Arbeiter-Samariter-Bundes, Prof. Dr. Franz Todter, gaben gestern im NÖ Landhaus in St.Pölten eine Pressekonferenz, die sich mit der „Struktur- und Wirtschaftlichkeitsanalyse der NÖ Rettungsorganisationen“ beschäftigte. Eine Untersuchung hätte u.a. ergeben, dass die Zeit bis zum Eintreffen der Rettung beim Patienten länger werde, wenn die Dichte der Standorte zu wünschen übrig lässt. Andererseits rechnen sich die Kosten für solche Standorte nur in dicht besiedelten Gebieten. Die Rettungsorganisationen in Niederösterreich bräuchten deshalb mehr Geld.

„Wie immer geht es bei den Rettungsorganisationen um die Finanzierung“, sagte Onodi, „und um die Abdeckung der entstandenen Kosten.“ Bei den Rettungs- und Krankentransporten seien die Gemeinden verantwortlich, die diese an die zuständigen Rettungsorganisationen – freiwillige Mitarbeiter, hauptamtliche Kräfte und Zivildiener – delegieren. Vom Land Niederösterreich stünde die Notarztversorgung im Vordergrund. Onodis Schlussfolgerung: „Ein gutes System, das wirklich gut funktioniert, aber es gibt Sorgen und Bedürfnisse bei der Weiterentwicklung und auch bei der Finanzierung. Deshalb müssen wir in Verhandlungen eintreten.“

Die Rettungs- und Krankentransporte bekommen in Niederösterreich von Landesseite keine Hilfe, sagte Lechner. In Oberösterreich, aber auch in den anderen Bundesländern (außer Wien) sei im Landesrettungsgesetz festgehalten, dass die Länder den gleichen Betrag zahlen wie die Gemeinden. In Oberösterreich kommen etwa je 80 Millionen Schilling (5.813.826 Euro) vom Land und von den Gemeinden. Man sei jetzt zuversichtlich, dass der Vertrag mit dem Land Niederösterreich, der gestern von den beiden Rettungsorganisationen paraphiert worden sei, Früchte trage. Derzeit müsse man in diesem Bereich alles vorfinanzieren. Auch für die Ausbildung der freiwilligen Mitarbeiter des Roten Kreuzes und des Arbeitersamariterbundes, rund 25 Millionen Schilling (1.816.820 Euro) pro Jahr allein beim Roten Kreuz, bekommen die Rettungsorganisationen nichts, klagte Lechner.

Todter meinte, hier liege „ein Hilfeschrei der Rettungsorganisationen“ vor, die teilweise defizitär agieren. Er brachte Vorschläge der beiden Rettungsorganisationen für die Lösung der Situation: die Anhebung des NÖ Rettungsdienstbeitrages durch eine Änderung des NÖ Landesrettungsdienstgesetzes, eine Klärung der Situation in den Sozialversicherungen und der Transportgebühr sowie ein fixer Beitrag des Landes Niederösterreich für die Rettungs- und Krankentransporte.


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