12.10.2001 | 00:00

Friedrich Gauermann-Retrospektive wird morgen eröffnet

Bedeutendster Landschafts- und Tiermaler des 19. Jahrhunderts

Zu den Kernbeständen des NÖ Landesmuseums gehören die Werke des Landschafts- und Tiermalers Friedrich Gauermann. Der derzeitige Bau des NÖ Landesmuseums und der Umbau des Gauermann-Museums Miesenbach boten der Kunsthalle Krems die Chance, erst- und einmalig eine umfassende Retrospektive des Künstlers zu gestalten. Die umfassende Schau wird morgen, 13. Oktober, eröffnet und ist bis 24. Februar 2002 zu sehen.

Das NÖ Landesmuseum verfügt über 400 Arbeiten Gauermanns, großformatige Jagd- und Genreszenen ebenso wie kleinere Ölbilder, Tier- und Pflanzenstudien sowie auch einige Porträts. Die Bestände stammen aus Ankäufen von der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zum Beginn der siebziger Jahre. Verantwortlich dafür war der damals im Landesdienst stehende Kunsthistoriker Univ.Prof. Dr. Rupert Feuchtmüller, der sowohl im Kunsthandel in unmittelbarer Nähe seines Arbeitsplatzes in der Wiener Herrengasse als auch in den Auktionshäusern fündig wurde. Rund die Hälfte der Museumsbilder wird in Krems ausgestellt. Dazu kommen Leihgaben von rund 40 europäischen Museen und Privatsammlungen. Geboten wird eine komplette Übersicht über das Werk des Künstlers. Kuratoren sind Museumsdirektor Carl Aigner, der Landes-Kunsthistoriker Wolfgang Krug sowie Andrea Winklbauer. Wolfgang Krug verfasste den Kunstband „Friedrich Gauermann – aus der Sammlung des NÖ Landesmuseums“, der zeitgerecht zur Ausstellung fertiggestellt wurde und eine komplette Werksübersicht der Museumsbestände und zahlreiche biografische Spezialartikel bietet. Das Buch erschien im Brandstätter-Verlag und ist zum Preis von 360 Schilling (26,16 Euro) im Handel erhältlich.

Gauermann wurde 1807 in Miesenbach bei Wiener Neustadt geboren. Sein Vater Jakob war Kammermaler Erzherzog Johanns, der Sohn erwies sich als guter Beobachter der Tierwelt. Seine Kompositionen waren von Bewegung und Dramatik gekennzeichnet. Mit seinen Studien von Wildtieren und Tierkämpfen wurde er bald der herausragendste Maler im Biedermeier. Für seine künstlerische Entwicklung sind das Naturstudium auf dem elterlichen Bauernhof und seine Reisen durch die Alpen ausschlaggebend. Er beschäftigte sich auch mit der holländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts und fand Anschluss an die zeitgenössische Malerei in Wien und in München. Schon zu Lebzeiten wurde Gauermanns Kunst in Form von preiswerten Lithographien und Farbdrucken vermarktet. Seine großformatigen Bilder sind im ersten Ausstellungsraum zu einer großartigen und eindrucksvollen Schau zusammengestellt.

Die Ausstellung „Friedrich Gauermann – die Retrospektive“ ist bis 24. Februar 2002 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


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