25.09.2001 | 00:00

Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft des NÖ Spitalswesens“

Onodi und Sobotka diskutierten mit Gewerkschaftsvertretern

Mit der Zukunft des Spitalswesens in Niederösterreich beschäftigte sich gestern eine rund zweistündige Diskussionsveranstaltung im Krankenhaus St.Pölten, zu der die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten geladen hatte. Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi und Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka standen dabei den Teilnehmern, großteils Krankenhaus-Personalvertretern, aber auch Ärzte und Pflegepersonal, Rede und Antwort. Grundsätzlicher Tenor: Die Aufrechterhaltung des Versorgungsauftrages und die Sicherung der Qualität des niederösterreichischen Gesundheitswesens müsse auch in Zukunft gewährleistet werden. Die durchaus notwendige und zum Teil bereits eingeleitete Umstrukturierungsphase in Niederösterreichs Krankenhäusern habe jedoch zu einer Verunsicherung in den Spitälern geführt, meinte Onodi. Für sie ist es notwendig, dass dabei auch die Anliegen des Personals berücksichtigt werden. Außerdem sei es falsch, grundsätzlich davon auszugehen, dass eine Behandlung im Krankenhaus teurer sei als bei einem Arzt. Anschauen müsse man sich auch, warum es bei der Ambulanzfrequenz in Krankenhäusern regional so große Unterschiede gebe, so Onodi. Das sei derzeit Gegenstand einer Überprüfung. Unbestritten ist für Onodi, dass Rationalisierungsmöglichkeiten in den Krankenhäusern notwendig und durchaus möglich sind. Diese müssten aber mit entsprechenden Augenmaß und im Hinblick auf künftige Bedürfnisse und Entwicklungen erfolgen. Zudem gebe es, wie die Diskussion gezeigt hätte, einen fehlenden Informationsfluss bei Anliegen und Problemen in so manchen Krankenhäusern, hier müsse man über Verbesserungsvorschläge nachdenken.

Für Sobotka ist das Thema Gesundheit als Ganzes zu sehen, also auch unter vollständiger Berücksichtigung des extramuralen Bereiches und der Prävention. Es bestehe aber die Notwendigkeit, die finanziellen Ressourcen noch effizienter einzusetzen als bisher. Unter diesem Gesichtspunkt seien die gegenwärtigen und künftigen Maßnahmen zu sehen. Das erfordere aber eine klare Kostenwahrheit ohne Quersubventionierungen. Ziel sei es, auch im Gesundheitswesen eine Art „One-stop-shop“-Prinzip zu schaffen. Ein Beispiel dafür sei die geplante EDV-Vernetzung aller 27 niederösterreichischen Krankenhäuser, die sich derzeit in der Ausschreibungsphase befinde, sagte Sobotka. Was die Versorgungsdichte betreffe, versuche das Land sehr wohl das umzusetzen, was die Trägergemeinden sich wünschen. Um eine Art gesundheitspolitische Nahversorgung zu leisten, werde kein Standort aufgelassen, so Sobotka, was aber nicht heiße, dass Effizienzmaßnahmen notwendig und möglich sind.


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