12.09.2001 | 00:00

Erste Runde des EUREGIO-Jugendparlaments in Breclav

Erfahrungsaustausch zu Jugend-relevanten Themen

Vom 7. bis 9. September tagten in der südmährischen Stadt Breclav 68 Jugendliche aus Südmähren, dem Weinviertel und aus der Westslowakei im Rahmen des 1. EUREGIO-Jugendparlaments. Die Initiative war erst kurz zuvor, im Mai 2001, entwickelt worden. Das erste Treffen in Breclav bot die Möglichkeit eines breit angelegten Erfahrungsaustausches zu Themen, die junge Menschen dieser Regionen interessieren. Diskutiert wurde in drei Arbeitskreisen über kommunale Jugendpolitik, schulische Ausbildung bis zu Fragen der EU-Erweiterung.

Überraschend gut entwickelten sich nach anfänglichen gegenseitigen Vorbehalten die Gespräche, die teils mit Dolmetsch in der eigenen Sprache, teils englisch, aber auch deutsch gehalten wurden. Die Bereitschaft, die Sprache des Nachbarn zu erlernen, scheint bei den Österreichern am geringsten entwickelt. Es gab auch konkrete Beschlüsse: das neue Parlament soll zu einer ständigen Einrichtung in der EUREGIO gemacht werden. Geplant ist auch, ein Jugendnetzwerk aufzubauen und ein Diskussionsforum im Rahmen einer eigenen Homepage zu schaffen.

EUREGIO selbst, das Gremium für regionalpolitische Zusammenarbeit an Staatsgrenzen, nach dem 2. Weltkrieg ins Leben gerufen, ist im Weinviertel durch die EUREGIO Weinviertel-Vorsitzenden Nationalrat Dr. Hannes Bauer und Bürgermeister Karl Wilfing vertreten, in der Westslowakei durch Bürgermeister Ing. Milan Kanda und in Südmähren durch Bürgermeister Miroslav Ondrus.

Das Jugendparlament soll der Jugend diesseits und jenseits der Grenze auch in Hinkunft die Möglichkeit bieten, ihre Anliegen zu formulieren und die Ideen an die EUREGIO herantragen. Im Sinne einer freien Meinungsbildung soll ein ausgewogenes Verhältnis von politischen und anderen Jugendorganisationen gewahrt werden.

EUREGIO-Vertreter sehen das Jugendparlament als eine von vielen Möglichkeiten, das „Eis“ zwischen den Regionen zu „brechen“. Das Interesse junger Tschechen und Slowaken, ihre Ausbildung in Niederösterreich zu erhalten, ist schon sehr groß: in zwei Weinviertler Gymnasien gibt es in manchen Klassen schon bis zu dreißig Prozent Schüler von „drüben“. Sie lernen schnell deutsch – die tschechische Sprache stellt hingegen für junge Österreicher eine unüberwindliche Barriere dar. Tschechisch im Freifach, da und dort angeboten, wird nur von wenigen angenommen. Um den freien Kontakt zwischen der Jugend der drei Länder zu fördern, wird das EUREGIO-Jugendparlament gute Multiplikator-Dienste leisten, wird allgemein erwartet.


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