12.09.2001 | 00:00

In NÖ wieder mehr junge Menschen arbeitslos gemeldet

Schabl: Qualifikationsoffensive soll gestartet werden

In Niederösterreich hätten im Juli 4.400 junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren einen Arbeitsplatz gesucht, wären also als arbeitslos vorgemerkt gewesen. Im August seien schon 4.772 junge Menschen ohne Arbeit gewesen. Gegenüber dem Vorjahr würde dies eine Zunahme von 23,5 und 21,4 Prozent bedeuten, sagte gestern, Dienstag, der Zweite Präsident des NÖ Landtages, Landtagsabgeordneter Emil Schabl, in einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus in St.Pölten. Vor diesem beunruhigenden Hintergrund will Schabl erreichen, dass Kurse für Leute, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, fortgeschrieben und die Stiftungsmaßnahmen weitergeführt werden. Im Rahmen des Arbeitsmarktservice und mit Unterstützung des Landes Niederösterreich bzw. der Bundesregierung sollte eine Qualifikationsoffensive gestartet werden. Das Geld hiefür müsse zur Verfügung gestellt werden. Vor allem, wenn man bedenke, dass in absehbarer Zeit die Osterweiterung der EU komme, sei dies dringend notwendig.

Der Anstieg bei der Jugendarbeitslosigkeit habe zwar seinen Schwerpunkt bei Personen, die höchstens einen Lehrabschluss haben, aber auch immer mehr Menschen zwischen 15 und 25 Jahren mit höheren Schulabschlüssen wären ohne Arbeitsplatz, bemerkte Schabl. So seien im Juli 2001 um 22,2 Prozent Jugendliche mit abgeschlossener Matura, die derzeit arbeitslos sind, mehr gemeldet gewesen, als ein Jahr zuvor, „das hat also auch im oberen Niveau durchgeschlagen“. Rationalisierungseffekte wie z. B. im öffentlichen Dienst und am Sparkassensektor, aber auch die Hinaufsetzung des Pensionsalters und die ab Wintersemester 2001/2002 verlangten Studiengebühren könnten die Lage bei der Jugendarbeitslosigkeit noch weiter verschärfen, sagte Schabl. Sollten die bisher kolportierten Zahlen über den Rückgang von Inskribenten die Verhältnisse nur einigermaßen widerspiegeln, könnte die Einführung von Studiengebühren spürbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt für Jugendliche haben.


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