28.08.2001 | 00:00

NÖ Landesschulrat präsentiert Trends im NÖ Schulwesen

Hoher Prozentsatz an hervorragenden Leistungen der Schüler

„17 Prozent aller Maturanten im niederösterreichischen Schulwesen legen ihre Endprüfungen mit Auszeichnung ab. 40 Prozent aller Schüler können im Abschluss auf einen guten oder ausgezeichneten Erfolg verweisen. Das stellt dem niederösterreichischen Schulwesen insgesamt ein hervorragendes Zeugnis aus“, stellte der Amtsführende Landesschulratspräsident, Hofrat Adolf Stricker, vor Beginn des neuen Schuljahres fest. Ein alarmierender Rückgang ist bei den Schülerzahlen im Pflichtschulbereich zu konstatieren: An insgesamt 1.045 Pflichtschulen wird es mit 133.390 ein Minus von 1.056 gegenüber dem vorigen Schuljahr geben, das sind um 0,8 Prozent weniger. Einzige Ausnahme: Im Bezirk Mödling ist eine steigende Tendenz feststellbar. Der Rückgang an Schülerzahlen setzt sich noch fort. Bis 2012 wird ein Minus von 50 Prozent vorhergesagt. Trotz des Rückganges: „Keine einzige Schule muss aus diesem Grund geschlossen werden“, so Stricker.

Erfreulich ist das Ansteigen der Schülerzahlen an Allgemeinbildenden Höheren Schulen: Sie stieg von 29.316 auf 29.873 an, das ist ein Plus von 1,9 Prozent. Von den vierten Volksschulklassen strömen 18.768 Schüler zu einen großen Teil (74 Prozent) in die Hauptschulen, zu 24 Prozent in die AHS-Unterstufe, zu 2 Prozent in sonstige Schulformen, das entspricht im Trend den Vorjahreswerten. Konstante Zahlen melden die Berufsbildenden, Mittleren und Höheren Schulen. Stricker: „Es gibt zu den kaufmännischen Schulrichtungen einen deutlich stärkeren Zulauf, der zu Lasten der technischen Ausbildung geht.“ Ein weiteres interessantes Detail: Die Verweildauer im Gymnasium ist länger, weil mehr Schüler als bisher nicht nach der Mittelstufe abschließen, sondern auch die Oberstufe absolvieren.

Das neue Landeslehrerpersonalrecht, das nunmehr in Kraft tritt, führt zum Verlust von 320 Lehrerstellen. „Das ist aber eine einmalige Erscheinung, und wir konnten entgegen anders lautenden Prognosen diese Zahl sehr gering halten“, stellt Stricker dazu fest. 110 Planstellen gehen durch den Rückgang der Schülerzahlen im Pflichtschulbereich verloren. Die Volksschulen sind bereits sehr gut organisiert: Die Mehrzahl der 649 Volksschulen, nämlich 541, weist vier und mehr Klassen auf. Es gibt im ganzen Land nur mehr elf Volksschulen mit einer einzigen Klasse.

Für das neue Schuljahr konnten 28 Volksschullehrer in zwei Bezirken in Dienst gestellt werden. Den vielen Anwärtern auf der Warteliste wird wie schon in den letzten Jahren, eine totale Umschulung in der Fachhochschule Wiener Neustadt empfohlen, da die Aussichten für die Aufnahme auch weiterhin nicht besonders günstig sind.

Ungünstig für die weitere Personalentwicklung wirkt sich auch aus, dass mehr als 80 Prozent der Pflichtschullehrer jünger als 45 Jahre alt sind. Das Vorruhestandsmodell hat in Teilbereichen schon zu greifen begonnen.

Auch inhaltlich wird sich für die Schüler einiges ändern: In den 7. und 8. Klassen der AHS tritt der Unterrichtsgegenstand „Geschichte und politische Bildung“ anstelle von „Geschichte und Sozialkunde“. Die Schulversuche zur Integration werden fortgesetzt, Verhaltensvereinbarungen werden auf der Grundlage von Hausordnungen getroffen. Bei Verhaltensproblemen werden Eltern nun früher informiert als bisher. Die Schülervertretungsrechte werden ausgeweitet, und darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Neuerungen, die allesamt auf eine Verbesserung für die Schüler abzielen.


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