13.08.2001 | 00:00

Zur Optimierung der Altpapiersammlung

Sobotka: Mehr Holsystem und kürzere Abfuhrintervalle

In den zehn Jahren ihres flächendeckenden Bestehens in Niederösterreich hat sich die Altpapiersammlung nicht nur wirtschaftlich und ökologisch etabliert, sondern trägt auch wesentlich zum Umweltbewusstsein bei, setzen doch 80 Prozent der Bevölkerung Umweltschutz mit einer funktionierenden Entsorgung gleich, sagte am Freitag Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka bei der Präsentation einer vom Land geförderten Studie der Abfallwirtschaftsverbände zur Optimierung der NÖ Altpapiersammlung in St.Pölten.

Für die Altpapiersammlung stehen derzeit 263.000 Behälter in ganz Niederösterreich zur Verfügung, Altpapier wird zu 70 Prozent abgeholt und zu 30 Prozent in Bringsystemen erfasst. In Niederösterreich wurden 1999 96.865 Tonnen Altpapier (62,9 Kilogramm pro Einwohner) und im Vorjahr 100.745 Tonnen bzw. 65,4 Kilogramm pro Einwohner gesammelt. Besonders erfreulich ist dabei für Sobotka der Erfassungsgrad im Holsystem, der bei 88 Prozent liegt, sowie der sensationelle Wert von nur 1,5 Prozent Fehlwürfen.

Weil selbst diese Werte noch nicht das wirtschaftliche und ökologische Optimum darstellen und angesichts der bevorstehenden Müllverbrennung keine falschen Signale in Richtung vernachlässigter Vermeidung und Verwertung entstehen dürften, will Sobotka den hohen Standard nicht nur halten, sondern ausbauen. „Der beste Müll ist noch immer der, der vermieden werden kann“, so Sobotka.

Dazu will der Umwelt-Landesrat verstärkt eigene Kartonage-Sammlungen in Altstoffsammelzentren einrichten und trotz mitunter weiter Wege in dezentralen Lagen vermehrt vom Bring-, wo der Erfassungsgrad nur bei 80 Prozent liegt und zudem die Befüllung nicht optimal ist, auf das Holsystem umstellen. In zwei Jahren sollen hier weitere etwa 10 Prozent umgestellt sein. Außerdem sollen ohne zusätzliche Kosten für den einzelnen Haushalt die Abfuhrintervalle von derzeit acht bis zehn Wochen auf sechs bis acht Wochen verkürzt und Aufklärung und Beratung intensiviert werden. „Altpapier stellt die größte Stoffgruppe der Altstoffe und damit einen im Sinne nachhaltiger Kreislaufwirtschaft wertvollen Rohstoff dar. Wir ruhen uns nicht aus, sondern optimieren weiter“, so Sobotka.

Für den NÖ Abfallwirtschaftsverein (AWV) stellte Dir. Alfred Weidlich klar, dass abgesehen vom ökologischen Wert auch die volkswirtschaftlichen Kosten der Altpapiersammlung in jedem Fall günstiger seien als jede Form der Entsorgung inklusive Verbrennung. Der von 22,5 Prozent im Jahr 1993 auf nunmehr 28,3 Prozent enorm gestiegene Anteil des Verpackungsmaterials im Altpapier sei ein gewichtiges Argument für die neu zu verhandelnden ARA-Verträge, so Weidlich, der abschließend die Forderung des AWV nach einer österreichweiten Papiererzeugungsverordnung erneuerte. Damit sollte ähnlich den Verpackungen auch für Druckerzeugnisse ein Entsorgungsbeitrag festgeschrieben werden, was freilich beim Verband der Zeitungsherausgeber auf wenig Gegenliebe stoße.


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