10.08.2001 | 00:00

Erste Ergebnisse der Volkszählung 2001

Knotzer: Ländlicher Raum darf nicht weiter ausgedünnt werden

In St.Pölten präsentierte gestern Landesrat Fritz Knotzer erste Ergebnisse, Trends und Rückschlüsse der Volkszählung 2001. Ergebnisse liegen von 570 der 573 Gemeinden vor, es fehlen noch Wiener Neustadt, St.Pölten und Waidhofen an der Ybbs. Bei allen Zahlen handelt es sich um Rohdaten, es kann daher noch zu geringfügigen Verschiebungen kommen.

Demnach wuchs die Bevölkerung von 1.473.813 Hauptwohnsitzern um 75.827 Personen oder 5,1 Prozent auf 1.549.640 Einwohner. Niederösterreich weist somit nach Salzburg, Tirol und Vorarlberg den vierthöchsten Bevölkerungszuwachs auf, was für Knotzer die Attraktivität Niederösterreichs und der angebotenen Wohnformen der Gemeinden dokumentiert. Auf Grund des vorläufigen Ergebnisses kann Niederösterreich mit einem Plus von jährlich rund 185 Millionen Schilling (13,44 Millionen Euro) aus den Mitteln des Finanzausgleichs rechnen, eine ähnlich hohe Summe kommt den Gemeinden zugute.

Gewinner der Volkszählung 2001 sind die Bezirke Tulln (12,2 Prozent), Korneuburg (11,8 Prozent), Baden (11,5 Prozent), Gänserndorf (10,2 Prozent), Wien-Umgebung (9,4 Prozent), Wiener Neustadt (8,6 Prozent) und St.Pölten-Land (6,8 Prozent). Verlierer sind die Bezirke Gmünd (- 2,7 Prozent), Waidhofen an der Thaya (- 1,3 Prozent), Zwettl (- 1,0 Prozent) sowie die Landeshauptstadt St.Pölten (- 1,5 Prozent).

Gemeindeweise betrachtet verloren vor allem die Gebirgsregionen der Bezirke Lilienfeld und Neunkirchen: Annaberg (- 22,2 Prozent), Puchenstuben (- 17,5 Prozent), Semmering (- 16,3 Prozent) und Reichenau an der Rax (- 16,1 Prozent), wobei die letztgenannten Gemeinden einen hohen Anteil an Zweitwohnsitzern aufweisen. In der Gemeinde Semmering mit 600 Einwohnern kommen etwa auf einen Einwohner mit Hauptwohnsitz fast zwei Einwohner mit Nebenwohnsitz. Die Gemeinden mit den größten Gewinnen liegen im Umland von Wien. Neun Gemeinden verzeichnen einen Zuwachs von über 30 Prozent: Oberwaltersdorf (39,2 Prozent), Mitterndorf an der Fischa (37,7 Prozent), Markgrafneusiedl (34,1 Prozent) etc.

Damit profitieren für Knotzer die Städte und ihr Umland, Regionen mit entsprechend ausgebauter Verkehrsinfrastruktur und Regionen mit einer hohen Dichte an Dienstleistungsangeboten. Benachteiligt sind die ländlichen Regionen Niederösterreichs mit teils dramatischen Verlusten: das Waldviertel nahezu in seiner Gesamtheit, die Grenzregionen des Weinviertels sowie die Grenzbezirke zur Steiermark.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Schließung von Postämtern, Nebenbahnlinien, Gendarmerieposten und Bezirksgerichten betonte Knotzer, dass der ländliche Raum nicht weiter ausgedünnt werden dürfe. Für die Verlierer der Volkszählung bzw. die Lösung der Zweitwohnsitzerfrage ist ein Arbeitskreis eingerichtet worden, ist doch bei den Zweitwohnsitzern eine Steigerung von 184.734 im Jahr 1991 auf 253.561 und damit ein Zuwachs von 37,3 Prozent festgestellt worden.


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