10.08.2001 | 00:00

NÖ Interesse an Kooperation mit BioCon Valley

Gabmann mit Wirtschaftsdelegation in Mecklenburg-Vorpommern

Das neue deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich seit der deutschen Wiedervereinigung zum Biotechnologieland „BioCon Valley“. Aufbauend auf der Forschungsarbeit von Prof. Horst Klinkmann an der Rostocker Universität sind einige seiner Schüler in der Forschung und als Firmengründer tätig geworden. Biomedizinische Forschungszentren mit modernster Technologie entstanden in Rostock und in Greifswald. Neuestes Gebilde auf diesem Gebiet ist das auf der „grünen Wiese“ entstandene Biomedizinische Kompetenzzentrum in Teterow, einer Kleinstadt 200 Kilometer nördlich von Berlin und südlich von Rostock.

Eine niederösterreichische Wirtschaftsdelegation unter der Führung von Landesrat Ernest Gabmann, der u.a. auch Prof. Dieter Falkenhagen von der Donau-Universität Krems, Hauptgeschäftsführer Dkfm. Theodor Krendelsberger von der Landesentwicklungsagentur Eco Plus und der Kremser Bürgermeister Franz Hölzl angehören, begann gestern, Donnerstag, in Teterow einen Erkundungsbesuch, verbunden mit Wirtschaftsgesprächen. Grund dafür sind geplante Synergien zwischen Krems, das mittlerweile Sitz eines biotechnologischen Zentrums geworden ist, und dem BioCon Valley. Diese Kooperation wurde von Prof. Dieter Falkenhagen initiiert, der 20 Jahre lang in Rostock in der Forschung gewirkt hatte und seit 10 Jahren in Niederösterreich tätig ist: an der Donau-Universität als Abteilungsleiter für Biomedizin und im Science Park Krems, der mittlerweile fünf auf dem Gebiet der Biomedizin tätige Firmen aufweist.

Mecklenburg-Vorpommern ist auf dem Weg zur führenden Region der Biomedizin, rund 1.500 Arbeitskräfte sind bei Firmen, weitere 1.500 in der Forschung tätig. Vergleichsweise kleine Unternehmen haben schon Weltgeltung erlangt und exportieren nur wenige Jahre nach der Gründung in 50 Länder weltweit.

Den Beginn in Teterow machten 14 Schüler von Prof. Klinkmann: Sie gründeten sieben Firmen, von denen vier über das Forschungsstadium hinauskamen, Bestand und sogar Weltgeltung erlangten. Die Förderung war hier besonders großzügig: Die Unternehmensgründer konnten mit 80 Prozent Komplettförderung rechnen. Die Forschung verlagerten sie gemeinsam in ein großes Forschungszentrum in Warnemünde, durch weitere Synergien wurde sparsam gearbeitet. Sie verpflichteten sich zur Pilotproduktion – aus gutem Grund, da den meisten das Know-how zu Produktion und Vermarktung über die Forschung hinaus fehlte. Auch internationale Pharmakonzerne siedelten im biomedizinischen Hoffnungsgebiet BioCon Valley an: Eine ehemalige Tochterfirma des Pharmakonzerns Baxter, der auch im niederösterreichischen Orth an der Donau tätig ist, entwickelt und produziert hier in großem Stil Geräte zur Blutwäsche, in die die Medizin mittlerweile große Hoffnungen setzt.

Landesrat Gabmann verwies auf das große Interesse Niederösterreichs an einer Kooperation auf biomedizinischem Gebiet. Es solle sich vor allem in Forschungstransfer niederschlagen. Beide Länder – Niederösterreich wie auch Mecklenburg-Vorpommern – würden darüber hinaus große Parallelen aufweisen. Eine Gegeneinladung wurde ausgesprochen, weitere Gespräche folgen heute, Freitag, mit dem Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Otto Ebnet.


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