23.07.2001 | 00:00

Studie über soziale Betreuungsdienste vorgestellt

LR Kranzl: „Grundlage für Weiterentwicklung der Sozialpolitik“

„Die Situation der sozialmedizinischen und sozialen Betreuung in Niederösterreich ist beispielgebend für ganz Österreich. Es gibt allerdings regionale Unterschiede im Versorgungsgrad der älteren Bevölkerung, der Bereich ist von einem starken Strukturwandel betroffen. Es wurde daher eine Studie in Auftrag gegeben, die Aufschluss darüber geben soll, wie die Versorgung Niederösterreichs mit sozialmedizinischen Diensten funktioniert, wie effizient sie sind und wie die Kostenstruktur ist“, stellte Landesrätin Christa Kranzl kürzlich bei der Präsentation einer Studie fest, die von Univ.Prof. Christoph Badelt (Abteilung für Sozialpolitik der Wirtschaftsuniversität Wien) und Dr. Christian Horak (Contrast Management-Consulting) erstellt wurde. Die Ausgangslage laut Kranzl: „Seit 1991 wurden die mobilen Dienste in Niederösterreich um 170 Prozent erweitert, der stationäre Aufenthalt nur um 80 Prozent. Das zeigt eine deutliche Verlagerung vom stationären zum mobilen Bereich. Das entspricht auch den Intentionen der Sozialpolitik, die alten Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu betreuen. Dem entspricht die Kostenstruktur: Für die mobile Betreuung werden derzeit jährlich 540 Millionen Schilling (39,24 Millionen Euro) für 12.000 Menschen aufgewendet, für die stationäre Betreuung eine Milliarde Schilling (72.672.834,17 Euro) für 112.000 Personen.“

Univ.Prof. Dr. Badelt kann bestätigten, dass die sozialmedizinischen Dienste gut ausgebaut sind und stellt auch dem System der Kostenabgeltung ein gutes Zeugnis aus. Allerdings könnte sich durch eine stete Unterdeckung im Bereich der sozialen Träger ein Problem ergeben. Der Bedarf steige ständig, es würden immer höhere qualitativ hochwertige Leistungen erwartet. Für Dr. Horak ging es darum, zwischen den in Niederösterreich tätigen Trägereinrichtungen – NÖ Hilfswerk, NÖ Volkshilfe, Caritas Wien, Caritas St.Pölten und Rotes Kreuz – die notwendige Vergleichsbasis zu schaffen. Nachgegangen wurde auch der Frage, ob die Mitarbeiter optimal ausgelastet sind, untersucht wurde die Fluktuation im Sozialbereich bei gleichbleibender Qualität und die Evaluierung des Normkostenmodells. Einsparungspotenziale scheinen im Verwaltungsbereich möglich, der derzeit 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel erfordert. Allerdings, so Horak, sei in diesen Kosten auch die Weiterbildung enthalten, was die Kosten wiederum relativiere.

Mit den Ergebnissen der Studie will Kranzl an die Trägerorganisationen herangehen. In einer Konferenz im Herbst folgt eine Analyse mit Vorschlägen der Organisationen zur Umsetzung der Studienergebnisse. Kranzl verwies auch auf noch ausständige Daten des in Arbeit befindlichen Altenalmanachs sowie auf eine zweite Studie über die Qualität der Betreuung in den sozialen Diensten.


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