09.07.2001 | 00:00

LHStv. Onodi gibt Starthilfe für „Palliative Care“

Lehrgang für Hospizbetreuung startet im Februar 2002

Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi und Dr. Brigitte Riss vom Landesverband Hospiz Niederösterreich gaben am vergangenen Freitag im Landhaus in St.Pölten eine Pressekonferenz über die Hospizbetreuung und informierten über neue Initiativen. In vier Krankenhäusern in Niederösterreich (Waidhofen an der Thaya, Scheibbs, Lilienfeld und Gmünd) gebe es schon jetzt Pilotprojekte und auch Teams für die Behandlung von schwerstkranken und sterbenden Menschen, sagte Onodi. Außerdem werden die Kranken auch mit mobilen Teams zu Hause oder in Pflegeheimen betreut. Jetzt sei es gelungen, eine entsprechende Ausbildung ins Leben zu rufen. Als Anfang-Startkapital stellt man seitens des Landes Niederösterreich dem Landesverband Hospiz Niederösterreich für diese Ausbildung mit professionellen Leuten 100.000 Schilling (7.267,28 Euro) – als geschätzte Vorbereitungskosten für einen Lehrgang – bereit. Diese Ausbildung soll in Zusammenhang mit der Landesakademie erfolgen und im Februar 2002 in St.Pölten starten.

Der geplante Lehrgang, so Riss, setzt sich aus zwei Teilen zusammen. 25 Teilnehmer lernen insgesamt fünf Semester lang. Der erste Abschnitt wird als Basislehrgang geführt, erstreckt sich über zwei Semester und richtet sich an alle Fachkräfte, die in der Palliativmedizin tätig sind (Ärzte, Diplomkrankenpflegepersonal, Psychotherapeuten, Seelsorger, Sozialarbeiter). Der zweite Teil richtet sich an das Personal in leitender Position, auch mit dem Ziel, Konsiliarteams der Palliativmedizin in Akutspitälern auszubilden. Nach weiteren drei Semestern ist der Absolvent berechtigt, den Titel „Akademischer Experte in Palliative Care“ zu tragen.

Der Landesverband Hospiz Niederösterreich wurde im Jänner 2001 gegründet und hat das Ziel, alle bestehenden Initiativen, Vereine und Hospize in Niederösterreich zu vernetzen und für die Qualitätskontrolle zu sorgen. Außer in den Spitälern, wo in Zukunft ein dezentrales System mit Stützpunkten in jedem Krankenhaus in Niederösterreich angestrebt wird, findet man derartige Initiativen in mehreren Landes-Pensionistenheimen und auf privater Ebene. Das Fernziel, so Riss, sei es, mit „Palliativ Care“ überall Fuß zu fassen.

Hospizbetreuung oder „Palliative Care“ bedeutet eine aktive und umfassende Behandlung, Pflege und Begleitung von Patienten ab jenem Zeitpunkt, da die Krankheit nicht mehr auf kurative Methoden anspricht. Schmerzbehandlung sowie die Linderung psychischer, sozialer und spiritueller Probleme haben dabei eine besondere Bedeutung. Die Palliativmedizin und die Palliativpflege unterstützt das Leben und betrachtet das Sterben als einen natürlichen Vorgang. Damit soll dem Patienten ein möglichst selbstbestimmtes Leben bis zum Tode ermöglicht werden. Unterstützung erhalten auch die Angehörigen, damit sie mit Krankheit und Trauer besser zurechtkommen.


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