28.06.2001 | 00:00

Knotzer: Keine Zerschlagung der öffentlichen Wasserwirtschaft

Teureres Trinkwasser und mindere Qualität für Konsumenten droht

„Der vorliegende Entwurf ist nur mit strikter Ablehnung zu kommentieren“, so sagten heute, Donnerstag, Gemeindereferent Landesrat Fritz Knotzer und der Präsident des NÖ Gemeindevertreterverbandes der SP, Anton Koczur, zum nun vorliegenden Endbericht einer Studie des Landwirtschaftsministeriums, welcher die Zerschlagung der öffentlichen Wasserwirtschaft und damit die völlige Privatisierung der Trinkwasserversorgung fordert. Wasser sei ein Gemeingut. Die Bevölkerung habe das Recht auf günstiges Trinkwasser, das für alle in gleicher Weise vorhanden sein müsse. Trinkwasser dürfe nicht zu einer reinen Handelsware werden, wo die Gewinninteressen der Maßstab aller Dinge seien und monopolistische private Versorger die Preise diktieren könnten. „Derartige Privatisierungsexperimente kennen wir zur Genüge. Wir brauchen unsere Blicke nur nach Großbritannien zu richten. Dort sehen wir, was die Privatisierungswut angerichtet hat“, meinten Knotzer und Koczur.

Die Qualität der österreichischen Wasserversorgung und der Wasserentsorgung liege im europäischen Spitzenfeld. Dieser hohe Standard dürfe nicht gefährdet werden. Eine Privatisierung führe auch nicht zu mehr Wettbewerb. Ein Verkauf der Ver- und Entsorger bedeute, dass die Einflussnahme durch die Gemeinde nur mehr in sehr eingeschränktem Maß möglich wäre. Die politische Verantwortung läge aber weiterhin bei den Kommunen. Weiters sei eine Drosselung der Förderungen strikt abzulehnen. „Denn dies würde zu einer Verschlechterung der Versorgung der Bevölkerung führen“, argumentierte Koczur.

Niederösterreichs Gemeinden und ihre Verbände verfügen über ein seit Jahrzehnten aufgebautes Wissen, eine ausgezeichnete Infrastruktur und eine ökologisch nachhaltige Planung, wenn es darum geht, die Bevölkerung mit dem wohl weltweit besten Trinkwasser zu versorgen. „Kurzfristige Privatisierungsstrategien in der Wasserversorgung haben bei uns nichts zu suchen. Sie sind immer mit Einbußen der Qualität der Infrastruktur und damit der Qualität des Trinkwassers verbunden. Wir müssen vielmehr den Konsumenten garantieren können, immer mit bester Qualität in ausreichender Menge beliefert zu werden. Der Verkauf von Eigentumsrechten an Ressourcen der zentralen Trinkwasserversorgung würde dies alles gefährden“, meinten Knotzer und Koczur unisono.


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