06.06.2001 | 00:00

LHStv. Prokop zur NÖ Wohnbauförderung:

Keine Kürzung des Förderungsvolumens

Die NÖ Landesakademie, Bereiche Umwelt und Energie, Gesundheit und Soziales, sowie das Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Wohnungsförderung/Wohnbauforschung, veranstalten heute im NÖ Landhaus in St.Pölten einen Impulstag zum Thema „Wohnbedarf, Mobilität und adäquates Wohnen“. Zu Beginn luden beide Veranstalter am Vormittag zu einer Pressekonferenz ein, an der auch Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop teilnahm.

„Die Wohnbauförderung bleibt in Niederösterreich auch weiterhin eine ganz wichtige finanzielle Leistung für die niederösterreichischen Bürger, stellte Prokop fest. Auch nach der Aufhebung der Zweckbindung der Bundesmittel im Rahmen des Finanzausgleiches 2001 sei für sie klargewesen, dass es zu keiner Kürzung des Förderungsvolumens kommen dürfe.

Die Wohnbauförderung stelle einen wesentlichen Teil der Sozialpolitik dar und habe enorme wirtschafts- und arbeitspolitische Bedeutung. Zudem sei sie ein ganz wichtiges Regulativ der Raumordnung und der Ökologie, sagte Prokop weiter. Neue Rahmenbedingungen bringen jedoch auch neue Aufgaben mit sich. Daher müsse die Wohnbaupolitik auch mit Hilfe der neuen niederösterreichischen Wohnbauforschung vorausschauend geplant und nachhaltig finanziell abgesichert werden. Neben einer „Maastricht“-konformen Gestaltung der Richtlinien, die weitgehend abgeschlossen ist, sei auch eine zukunftsorientierte Bewirtschaft der Ausleihungssumme an Wohnbauförderungsmitteln geplant.

Das Volumen, das die Wohnbauförderung im Jahr 2000 zur Verfügung hatte, betrug 6,4 Milliarden Schilling. Mehr als 21.000 Wohneinheiten wurden gefördert. Im nächsten Jahr werden es 6,5 Milliarden Schilling sein. Die für 20 Jahre abgewickelte, nachhaltige Bewirtschaftung der Ausleihungssummen mache mehr als 65 Milliarden Schilling an Außenständen aus, „und als das international ausgeschrieben wurde, war das im Augenblick die größte Finanzaktion, die dieses Jahr abgelaufen ist“, sagte Prokop. Man denke dabei an eine Veranlagung dieser Ausleihungen auf dem Geldmarkt mit dem Ziel, die Möglichkeiten die Landeswohnbauförderung budgetär abzusichern. Weiters solle die bereits vor 15 Jahren zweimal durchgeführte Aktion einer vorzeitigen sonderbegünstigten Rückzahlung von Darlehen zugunsten der Darlehenswerber neu aufgelegt werden. Die Richtlinien dafür werden derzeit von Fachleuten erarbeitet, wobei die Rückzahlungen wieder dem Zufluss der Veranlagung zugeführt werden.

Ähnlich einem Typenschein für ein Auto ist die Einführung eines einheitlichen Energieausweises für ein Haus gedacht, um den Energiebedarf für eine bestimmte Betriebsweise als „Normverbrauch“ zu definieren, meinte Prokop weiter.

Das Forschungsprojekt über „Wohnbedarf, Mobilität und adäquates Wohnen“ von a. o. Univ.Prof. Dr. Edwin Deutsch (TU Wien) zeigt unter anderem auf, dass die intensive und vom Land Niederösterreich geförderte Bautätigkeit der neunziger Jahre die Eigentumsquote – Eigenheime und Eigentumswohnungen – auf 72,2 Prozent ansteigen ließ. Die Mietquote wurde bei 18,5 Prozent stabilisiert. Der größere Teil der Neubautätigkeit ersetzt geringwertigere Qualität und geringere Wohnfläche durch hochwertigere Einheiten. Mehrgenerationen-Haushalte leben überwiegend in Eigenheimen. Ein Zusammenleben mit Senioren findet fast ausschließlich in Eigenheimen statt, die genügend Wohnraum bieten. Prokop nannte auch die Raumnot und den Wunsch nach vermehrter Wohnfläche als die treibende Kraft für Umzüge. Die Risken der Mietfinanzierung würden auf der Änderung von Einkommen beruhen, die ab dem 45. Lebensjahr deutlich anwachsen. Die Wohnbauförderung habe daher die Aufgabe, einkommensschwache Mieter durch verstärkte Wohnbeihilfen zu unterstützen.


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