30.05.2001 | 00:00

Pilotprojekt zur Vermeidung von Karies wird erweitert

LHStv. Onodi: Jetzt ist ganz NÖ an der Reihe

Seit 1989 laufe als Pilotprojekt in niederösterreichischen Kindergärten ein Maßnahmenpaket gegen Karies, dieses Projekt werde vom Arbeitskreis für zahnärztliche Vorsorgemedizin betreut, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi. Die Ergebnisse der Untersuchungen hätten sich als durchschlagskräftiger Erfolg erwiesen. „Der Kariesbefall der ‚Minis‘, die betreute Kindergärten besuchten, war nur weniger als halb so hoch wie bei Gleichaltrigen, die ohne Betreuung durch Zahnärzte und GesundheitserzieherInnen auskommen mussten“, meinte Onodi. Daher soll jetzt die Aktion flächendeckend auf ganz Niederösterreich ausgedehnt werden, das beschloss gestern die NÖ Landesregierung.

Das Projekt entspricht den internationalen Standards: Drei Besuche des Zahnarztes, im Kindergarten, in der ersten und in der vierten Klasse der Volksschule, sind vorgesehen. Dabei wird jeweils dokumentiert, wie die Zähne der betroffenen Kinder ausschauen. Zusätzlich kommt vom Kindergarten bis zur vierten Volksschulklasse dreimal jährlich ein(e) ZahngesundheitserzieherIn. Außerdem werden drei Elternabende durchgeführt, um die Kinder bis zum 10. Lebensjahr zu begleiten.

Im Detail: Im ersten Jahr werden nur die Kindergärten kontrolliert. Die Kinder werden dann bis zur vierten Klasse der Volksschule betreut. In fünf Jahren wird also das Projekt flächendeckend alle Kinder vom Kindergarten bis zur vierten Volksschulklasse erfassen. Das sind im Endausbau jährlich rund 80.000 Kinder. Die Ausbildung von ZahngesundheitserzieherInnen und die organisatorische Abwicklung liegt dabei in den Händen des Arbeitskreises für zahnärztliche Vorsorgemedizin. Das ehrgeizige und zugleich erstrebenswerte Ziel ist die WHO-Vorgabe zur Vermeidung von Karies: In Niederösterreich will man im Jahr 2020 100 Prozent kariesfreie Gebisse der Sechsjährigen erreichen. „Das Projekt ‚Apollonia 2020‘, wie die Bekämpfung von Karies bei Kindern offiziell heißt, ist jedenfalls durchaus zu erreichen, wenn man alle Anstrengungen unternimmt, um die Gesundheit von Zähnen bei jungen Kindern zu fördern“, sagte Onodi.

Die Kosten tragen je zur Hälfte das Land Niederösterreich und die niederösterreichischen Krankenversicherungsträger. Sie machen rund 170 Schilling pro Kind und Jahr aus. Für 2001 wurde vom NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) bzw. vom Ständigen Ausschuss 2.500.000 Schilling bewilligt. In den Voranschlag 2002 sind zusätzliche Landesmittel von 1.688.000 Schilling aufgenommen.


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