11.05.2001 | 00:00

LR Knotzer zur Volkszählung 2001:

Wenn möglich, für NÖ Gemeinde als Hauptwohnsitz entscheiden

Ist eine Volkszählung noch zeitgemäß? Landesrat Fritz Knotzer beantwortete gestern diese Frage zustimmend. Denn wenn auch im Zeitalter der EDV und auch der Finanzknappheit der öffentlichen Stellen viele den Auswertungen von Registern das Wort reden, führe doch kein Weg an konventionellen Erhebungen vorbei. „Die Register sind nämlich vielfach wegen Mängeln nur unzureichend geeignet“, sagte Knotzer. So haben zum Beispiel Testerhebungen vor allem in großen Städten Abweichungen von bis zu 20 Prozent zwischen Melderegister und tatsächlichen Gegebenheiten aufgezeigt, denn „Abmeldungen und Anmeldungen sind leider vielfach nicht üblich“. Daher sei diese Volkszählung mit dem Stichtag 15. Mai 2001, die voraussichtlich österreichweit rund 500 Millionen Schilling kostet, auch notwendig.

Die Bedeutung der Volkszählung 2001 gehe aber weit über die Ermittlung von Bevölkerungszahlen für die Mandatsverteilung bei Wahlen oder den Finanzausgleich hinaus. Die Volkszählung umfasse zugleich gesellschaftspolitisch sehr wichtige Themenblöcke, wenn sie zum Beispiel Auskunft über die Bevölkerungsentwicklung und über den Aufbau der Lebensalter, die Geburtenzahlen und die Wanderungen biete oder die Verkehrsströme mit Angaben über die Berufe, über die Schüler oder über die Pendlerzahlen präsentiere.

Rund 85 Prozent der Bevölkerung beantworten die Frage nach dem Hauptwohnsitz, der die Voraussetzung für die Zuweisung von Budgetmitteln an die einzelnen Gemeinden ist, eindeutig, meinte Knotzer weiter. Für die restlichen 15 Prozent sei jetzt die Zeit gekommen, sich über den eigenen Lebensmittelpunkt klar zu werden. Aufenthaltsdauer, Arbeitsplatz, Wohnsitz der Familienangehörigen, Ausbildungsstätte der Kinder und anderes mehr sind Kriterien, die helfen, den Lebensmittelpunkt zu bestimmen. Lebt man an zwei verschiedenen Orten, wie etwa Wochenpendler, richtet sich der Hauptwohnsitz nach dem Meldegesetz nach dem überwiegenden Naheverhältnis. Bei der Feststellung, wo dieses Naheverhältnis liegt, wäre ideal, wenn die Entscheidung auf eine Gemeinde in Niederösterreich fiele, meinte Knotzer, da ja mit der Hauptwohnsitzmeldung die jeweilige Kommune pro Einwohner wichtige Einnahmen über den Finanzausgleich bekommen würde.

Knotzer präsentierte auch Zahlen zur Veränderung der Einwohnerzahl in Niederösterreich von 1991 bis 1998. Danach hatte Niederösterreich einen Einwohnerzuwachs von 4,4 Prozent. Während aber die Gemeinden nahe Wien und in verkehrsreichen Gegenden – Beispiel ist Maria Lanzendorf mit 39,9 Prozent – einen ziemlich starken Einwohnerzuwachs haben, gehören Kommunen an der Landesgrenze oder in Bergtälern wie Annaberg, Schwarzau im Gebirge oder Puchenstuben mit über minus 15 Prozent zu den Verlieren. In Gebieten mit Bevölkerungsverlusten müsse man die Verkehrsverbindungen besser gestalten, schlug Knotzer vor. So wurde in Traiskirchen vor ungefähr 15 Jahren eine eigene Autobahnabfahrt ausgebaut, und in der Zwischenzeit hätten sich 50 Betriebe mit fast 2.000 Beschäftigten niedergelassen.


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