11.04.2001 | 00:00

Unterlagen über AKW Temelin liegen vor

Sobotka: Genauestens kontrollieren und Stellungnahme abgeben

Das umstrittene tschechische Atomkraftwerk Temelin unterscheidet sich in seinen direkten Einwirkungen auf die Umwelt bisher nicht von den in den EU-Staaten betriebenen Atomkraftwerken. Dies steht in dem am Dienstag vorgelegten Bericht der tschechischen Kommission für die Umweltverträglichkeitsprüfung von Temelin.

Die Unterlagen, mit der die UVP möglich wird, stehen nun zur Verfügung, damit startet die UVP auch offiziell. Einsprüche können innerhalb von 30 Tagen angemeldet werden. Für den 9. Mai ist eine Anhörung in Linz angesetzt.

„Unsere Experten Dipl.Ing. Friedrich Rauter und Rechtsanwalt Dr. Christoph Herbst werden nun den Bericht, der erst in tschechischer Sprache vorliegt, genauestens überprüfen und eine detaillierte Stellungnahme des Landes Niederösterreich abgeben“, so Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka. „Um auch eine effiziente Durchführung der UVP zu garantieren, sind die Festlegung von Qualitätsstandards für die Überprüfung sowohl in Verfahrensfragen als auch in Sicherheitsfragen dringend notwendig“, fordert Sobotka.

Gefordert wird von niederösterreichischer Seite:

Objektive Durchführung der Gesamt-Umweltverträglichkeitsprüfung des AKW Temelin nach Richtlinien der EU

Einbeziehung der Öffentlichkeit, insbesondere Niederösterreichs

Abschaltung des Reaktors während der Dauer der UVP

Qualität des Verfahrens ohne Zeitdruck

Überprüfung aller direkten und indirekten Auswirkungen des AKW, insbesondere Unfallszenarien, die mit grenzüberschreitenden Folgen verbunden sein können.

„Die offenen Fragen sind bis ins letzte Detail zu klären. Falls dies nicht der Fall ist, muss sich Österreich die Möglichkeit eines Nichtabschlusses des Energiekapitels vorbehalten“, so Sobotka abschließend.


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