05.04.2001 | 00:00

Enzesfeld-Caro: 190 Millionen Schilling-Investition

LR Gabmann besprach mit Unternehmen Fördermöglichkeiten

Investitionen von insgesamt 190 Millionen Schilling – das hat die Firma Enzesfeld-Caro Metallwerke AG (ECM) in Enzesfeld-Lindabrunn im Bezirk Baden mit dem Projekt vor, die Produktion bei Wälzlagerkäfigen aus Messing auszubauen. Bis Ende 2002 sollen dadurch im seit 1989 vollständig privatisierten Unternehmen 60 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wirtschafts-Landesrat Ernest Gabmann besuchte gestern den traditionsreichen Betrieb, um sich über das Investitionsprojekt zu informieren und gleichzeitig mit der Leitung des Unternehmens die Fördermöglichkeiten des Landes Niederösterreich zu besprechen.

Gabmann versicherte, dass man gemeinsam mit dem Bund akkordiert vorgehe und Förderungsmittel auftreibe. Diese 190 Millionen Schilling-Investition sei nicht nur betriebswirtschaftlich zu sehen, sondern auch volkswirtschaftlich. Seien doch 60 neue Arbeitsplätze abgesichert. Über die Höhe der Förderung müsse man noch verhandeln, der Grundsatzbeschluss sei jedoch bereits vorhanden.

Enzesfeld-Caro ist eines der führenden Unternehmen bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von Kupferlegierungen. Das Unternehmen erzeugt Halbzeug- und Finalprodukte aus verschiedenen Kupferlegierungen und aus Bronze, die vom Vormaterial bis zum einbaufertigen Präzisionsmodell reichen. In den letzten Jahren hat man sich konsequent auf diese und ähnliche Marktnischen konzentriert. Derzeit erwirtschaften 235 Mitarbeiter einen Umsatz von rund 335 Millionen Schilling pro Geschäftsjahr. Über 50 Prozent der Produkte werden exportiert.

Im Detail will Enzesfeld-Caro die zerspanende Bearbeitung – also das Bohren, Drehen und Fräsen von Metall – in eine neu zu adaptierende Halle übersiedeln, was die Abläufe der Fertigung wesentlich verbessert. Eine High-Speed-Frästechnologie, die bei einem Projekt von Steyr erstmals eingesetzt wurde, wird weiterentwickelt. Auch wird eine völlig neue, kombinierte Technologie des Drehens und des Fräsens zum Einsatz kommen. Alle Maschinen funktionieren ohne Öle oder Emulsionen, sind also aus Umweltgründen auf trockene Bearbeitung ausgelegt. Der Schwerpunkt der Ausweitung in der Gießerei liegt im Aufbau eines Rohrschleudergusses, der die Lücke zwischen dem Strangguss und dem Ringschleuderguss schließt. Strangguss ist kostengünstig, erfordert aber hohe Mengen, Ringschleuderguss ist teuer, aber flexibel und auch für Kleinserien gedacht. Die neue Technologie des Rohrschleudergusses ist eine ideale Kombination aus Flexibilität und niedrigen Kosten. Als Vorschmelzaggregat ist ein Tiegelofen vorgesehen, mit dem man gegenüber den bisher eingesetzten Rinnenöfen eine Reduktion des Abbrandes von 6 bis 7 Prozent auf 3 bis 4 Prozent erreicht. Das reduziert die Belastung der Umwelt. Eine entsprechende Filteranlage ist ebenfalls vorgesehen.


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