02.04.2001 | 00:00

Bau des NÖ Landesmuseums voll im Plan

Natur- und Landeskunde im Wechselspiel mit alter und neuer Kunst

7.000 Kubikmeter Beton und 580 Tonnen Baustahl stecken bereits in dem Rohbau des NÖ Landesmuseums in St.Pölten, das heute seine Gleichenfeier erlebt und bereits deutliche Rückschlüsse auf die inhaltliche Konzeption ermöglicht. „Die Verknüpfung der Kunst mit der Naturkunde hat international Aufsehen erregt. Sie ist auf die Tradition des alten Landesmuseums in der Wiener Herrengasse zurückzuführen“, legt Architekt Prof. Hans Hollein bei einer ersten Führung durch das neue Haus die Grundkonzeption dar. Ein dritter großer Bereich ist der Landeskunde, die in großen wechselnden Ausstellungen, eingeleitet mit 3 D-Animation, dargestellt werden soll.

Völlig neuartig und künftiger Anziehungspunkt für Jung und Alt ist die naturkundliche Abteilung. Größere und kleinere Betonplateaus in verschiedenen Raumhöhen lassen erahnen, wie der Besucher künftig durch die Fauna und Flora des Landes wandern wird, wobei auch Einblicke von oben möglich sein werden. Breiter Raum wird dem Wasser eingeräumt. Ein Stück Donaubett ist Mittelpunkt einer Aquarienlandschaft, man kann den Lauf eines Flusses vom schmelzenden Gletscher, der tatsächlich im Museum aufgebaut wird, über die Quelle bis zur Flussmündung durchwandern und viele lebende Tiere beobachten.

Bei der Darstellung von Malerei und Plastik wurde dem Tageslicht viel Platz eingeräumt. Zum neuen ORF-Landesstudio hin wurde eine große Mehrzweckbox mit Erweiterungsflächen geschaffen, deren Bodenanstieg an das Guggenheim-Museum erinnert. Hier sollen junge Künstler ihre Chance bekommen. Für Highlights der alten und neuen Kunst wird ein großer Saal gebaut, der dank einer Streudecke aus Kunststoff über nahezu schattenloses Licht verfügt. Hollein verwirklicht auch die Idee, Exponate vor den Augen der Besucher schweben zu lassen und sie vor deren Zugriff zu schützen, ohne sie in Vitrinen zu stecken.

Mit dem neuen NÖ Landesmuseum wird die letzte Lücke im Kulturbezirk gefüllt, der Schlussstein des Hauptstadtprojektes gesetzt. Ein letzter architektonischer Glanzpunkt vollendet eine Architektur-Meile, in der neben Hans Hollein auch die Architekten Klaus Kada (Festspielhaus), Paul Katzberger (Landesbibliothek und Archiv), Gustav Peichl (ORF-Landesstudio) und Boris Prodrecca (Tor zum Landhaus) ihre Visitenkarte abgegeben haben. Die Liste der prominenten Namen wird durch Dr. Roland Rainer ergänzt, der am Traisen-Ostufer die Gartenwohnsiedlung plant.

In den nächsten Monaten folgt die bauliche Ausgestaltung und die Einrichtung des Museums, die Eröffnung ist für 15. November 2002 vorgesehen. Die Gesamtkosten samt Vorleistungen (Shedhalle) liegen bei 408 Millionen Schilling.


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