13.03.2001 | 00:00

Schiffmühle in Orth an der Donau

In Orth an der Donau werden derzeit die letzten Vorbereitungen beim Bau einer funktionierenden Schiffmühle vorgenommen. Im Altarm von Orth wurde bereits das 12 Meter breite Mühlrad montiert, ebenso die Mühlradachse. Ungefähr in zwei, drei Wochen wird die Schiffmühle dann in die Donau gezogen, rechtzeitig für die Eröffnungsfeier, die am Montag, 30. April, um 10 Uhr beim „Uferhaus“ in Orth an der Donau stattfindet. Ab 1. Mai und bis Ende Oktober kann die Schiffmühle – mit einem von Batterien angetriebenen Überfuhrschiff, einer Tschaike – täglich zwischen 10 und 18 Uhr besichtigt werden.

Museum und voll funktionierende Mühle zugleich – das ist das Prinzip des schwimmenden Bauwerks, das in dreijähriger Bauzeit bis zu den Zahnrädern komplett aus Holz gebaut wurde. Das praktische Wissen um den historischen Holzschiffbau bis hin zum Mahlen von Getreide für die „Kundschaften“ musste man dabei erst durch Ausprobieren wiederentdecken. Projektbetreiber und Initiator der Schiffmühle, die künftig Ausstellungen und Veranstaltungen beherbergen wird, ist der 38-jährige Martin Zöberl, der das 43 Tonnen schwere Gerät mit seinem Team originalgetreu rekonstruierte, wobei man Wert auf die historische Ausführung gelegt hat. Unterstützung bekam das Team von Hamburger Zimmerleuten, die nach alter Tradition in historischer Arbeitskleidung drei Jahre und einen Tag auf der Walz sind und dabei auch in Orth Station machten.

Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen: Die beiden 16 und 22 Meter langen Holzschiffe wurden aus sieben Zentimeter dicken Planken aus Tannenholz gebaut, die durch Nut und Feder ganz genau angepasst wurden. Sie wurden durch ein 7 Meter breites Mühlrad verbunden. Das Mühlhaus wurde mit traditionellen Lärchenschindeln gedeckt. Das Getriebe der Mühle – das größte Zahnrad hat immerhin 2,5 Meter Durchmesser – wurde natürlich gleichfalls aus Holz gefertigt. Die Zahnräder übertragen die Kraft des unterschlächtigen Mühlrades auf die Mühlsteine und mahlen Weizen, Roggen und Dinkel. Ein Vorgang, der sich durch Jahrhunderte bewährt hat und erst mit dem Aufkommen von Dampfmühlen langsam in Vergessenheit geriet.


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