06.03.2001 | 00:00

Sacher zur drohenden Schließung von Nebenbahnen in NÖ:

Land NÖ soll aus dem Nahverkehrsvertrag nicht aussteigen

SPÖ-Klubobmann Landtagsabgeordneter Ewald Sacher, der Verkehrssprecher seiner Fraktion, Landtagsabgeordneter Hans Muzik, sowie Nationalratsabgeordneter Dr. Hannes Bauer fuhren gestern mit dem Zug von Retz nach Drosendorf. Natürlich nicht ohne Hintergedanken: Auch die Zukunft dieser Nebenbahnlinie ist massiv gefährdet, wollen doch die ÖBB den Betrieb mit Sommerfahrplan 2001 einstellen. „Dagegen setzen wir uns zur Wehr“, sagte Klubobmann Sacher. Er möchte auch nicht zur Kenntnis nehmen, dass ein Vollersatz durch einen Busbetrieb billiger wäre. „Das ist jedenfalls anzuzweifeln", meinte Sacher, der – mit seinem Mitstreiter Muzik – Mitte Jänner 2001 bekanntlich ein Konzept zur Rettung aller Nebenbahnen in Niederösterreich vorgelegt hat: Danach sollten die ÖBB am Nahverkehrsvertrag mit dem Land Niederösterreich, von dem sie jährlich 120 Millionen Schilling bekommen, festhalten. Der Betrieb der betroffenen Bahnen, darunter so wichtige wie die Mariazeller Bahn und Teile der Ybbstalbahn, wäre weiterzuführen. Können die ÖBB dies nicht, will die Graz-Köflacher-Eisenbahn die Regionalbahnen weiterführen, wobei eine NÖ Bahngesellschaft gegründet werden soll, argumentierte Sacher. Sie wäre dann der Betreiber der – derzeit von der Einstellung bedrohten – Linien. Die Infrastruktur wie die Schienen, die Signale und andere Sicherungsmaßnahmen würden gegen Bezahlung eines Benützungsentgeltes auch weiterhin vom Bund bzw. von den ÖBB zur Verfügung gestellt werden. Wenn die ÖBB sich nicht beteiligen wollen, könnte die Graz-Köflacher-Eisenbahn auch allein den gesamten Betrieb übernehmen.

Sacher weiter: „Immerhin ist die Graz-Köflacher-Eisenbahngesellschaft an niederösterreichischen Linien sehr interessiert. Die Gesellschaft hat 1999 rund 3,9 Millionen Passagiere befördert und wäre nach wie vor bereit, auf allen österreichischen Linien tätig zu werden.“ Sacher kann sich eine NÖ Bahngesellschaft, die alle Strecken übernimmt, die von den ÖBB nicht mehr weiterbetrieben werden sollen, und an der die Graz-Köflacher-Eisenbahngesellschaft, das Land Niederösterreich und die ÖBB beteiligt sind, jedenfalls durchaus vorstellen.


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