19.02.2001 | 00:00

Standortpartnerschaft Wirtschaft – Öffentlicher Dienst

LH Pröll: Nicht mehr von Tür zu Tür geschickt werden

In St.Pölten präsentierten am vergangenen Freitag Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, NÖ Wirtschaftskammer-Präsidentin KR Sonja Zwazl und Fritz Neugebauer, Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, das Projekt „Standortpartnerschaft Wirtschaft – Öffentlicher Dienst“, das seit Beginn des Jahres in der Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung läuft und ab Jahresmitte auf alle anderen Bezirkshauptmannschaften des Landes übertragen werden soll.

Weil eine schlanke und bewegliche Verwaltung sowie die Gewährleistung rascher Verfahrensabwicklungen entscheidende Konkurrenzkriterien für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich seien, will der Landeshauptmann mit dieser Initiative weitere Synergieeffekte nutzen, Doppelgleisigkeiten abbauen, Kosten verringern und Genehmigungsverfahren weiter verkürzen. Aufbauend auf den Leistungen einer tüchtigen Beamtenschaft könnten derzeit bereits 86 Prozent aller Betriebsansiedlungs-Genehmigungsverfahren innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden. Diese hohe Latte gelte es mit der Standortpartnerschaft, für Pröll ein gutes Beispiel einer vernünftigen Sozialpartnerschaft, noch höher zu legen.

Nach Vorliegen der Ergebnisse einer Fragebogenaktion unter rund 800 Kunden der Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung in Bezug auf allfällige Schwachstellen der Verwaltung will Pröll die hier gewonnenen Erkenntnisse umsetzen. Ziel sei in jedem Fall neben dem Einsatz moderner Kommunikations- und Informationstechnologie, um Anträge auch elektronisch einbringen zu können, bei allen Verfahren der Verwaltungsbehörde einen einzigen und konkreten Ansprechpartner anzubieten. „Niemand soll mehr von Tür zu Tür geschickt werden“, so Pröll.

Auch für Zwazl ist die Initiative Beweis einer quicklebendigen Sozialpartnerschaft, die ihre Lösungskompetenz weiter ausgebaut habe. Von der Standortpartnerschaft erwartet sie sich dezidiert „kein Köpferollen in der Beamtenschaft“, sondern ein noch wirtschaftsfreundlicheres Gestalten von Verwaltungsabläufen. Die Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung, wo auch die „Gulasch-Cobra“ erfunden worden sei, zähle zu den innovativsten Einrichtungen eines im Bereich der Verwaltungsinnovation führenden Landes. 4.573 neue Unternehmen im Jahr 2000, gleichbedeutend mit einer österreichischen Spitzen-Zuwachsrate von 19 Prozent, belegten, dass Niederösterreich ein guter Boden für Unternehmensgründungen sei.

Neugebauer konnte bereits die Rohdaten der Befragung an der Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung präsentieren. Demnach werden die Bediensteten von den Kunden zu 97 Prozent als höflich und hilfsbereit bzw. zu 92 Prozent als kompetent eingestuft. 92 Prozent der Befragten waren mit der Erledigung der Ansuchen zufrieden, 84 Prozent bewerteten die Dauer positiv. Ein qualitätsvoller öffentlicher Dienst sei ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort, Ziele seien Aufgabenkontrolle, Effizienzerhöhung, weniger und bessere Regulierungen und eine bürokratische Entlastung bei administrativen Auflagen. Die NÖ Standortpartnerschaft hebe sich wohltuend von dem ab, was im Bund unter Verwaltungsreform verstanden werde, so Neugebauer abschließend.


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