19.02.2001 | 00:00

„Global denken – lokal handeln“

LH Pröll: Umwelt beginnt vor der eigenen Haustür

„Im Grunde müssen wir uns bei jeder Entscheidung fragen: Wie wird sie sich auf unsere Umwelt nicht nur heute, sondern auch in fünfzig Jahren auswirken?“, betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am Sonntag in der Radiosendung „Forum Niederösterreich“. Die Umwelt beginne nicht irgendwo in den Donau-Auen oder in den tropischen Regenwäldern, sondern vor der eigenen Haustür, in der Gemeinde. Auf der anderen Seite machen Umweltbelastungen vor Gemeinde-, Landes- und Staatsgrenzen nicht Halt. Notwendig sei somit die Mitwirkung jedes einzelnen Bürgers ebenso wie internationale Solidarität und Zusammenarbeit. Das Motto, so Pröll, müsse lauten: Global denken – lokal handeln.

Der Landeshauptmann hob hervor, dass bereits mehr als 160 niederösterreichische Gemeinden im weltweiten Klimabündnis mitmachen, Niederösterreich liege damit bei weitem an der Spitze aller Bundesländer. Das Land sei dabei gerne Partner, bisher wurden kommunale Klimabündnis-Projekte mit rund 4,5 Millionen Schilling gefördert und damit Investitionen in siebenfacher Höhe ermöglicht. Er verwies auf die Stadtgemeinde Bruck an der Leitha, die sich besonders ehrgeizige Umweltziele gesetzt hat, im Rahmen eines INTERREG-Projektes auch grenzüberschreitenden Umweltschutz betreibt und vor wenigen Tagen von der für die Umwelt zuständigen EU-Kommissarin Margot Wallström besucht wurde.

Niederösterreich ist bekanntlich das einzige Bundesland mit zwei Nationalparks, dazu kommen noch 22 Naturparks. „Rund ein Viertel der gesamten Landesfläche steht in irgend einer Form unter Naturschutz“, bilanzierte Pröll. Außerdem habe Niederösterreich im Bundesländer-Vergleich die meisten Windkraftanlagen und die meisten Fernwärmeanlagen auf Biomasse-Basis: „Viele davon werden von bäuerlichen Genossenschaften betrieben und beweisen, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur die Umwelt und die Ressourcen schont, sondern sich auch rechnet.“ Darüber hinaus seien verschiedene Pilotprojekte gestartet worden, so etwa die Öko-Eigenheimförderung, die Heizkessel-Tauschaktion, die Abfallvermeidungs-Kampagne „Sei gscheit, vermeid“ und die Aktion „Natur im Garten“. Pröll: „Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch den mehr als 320.000 niederösterreichischen Gartenbesitzern ein Dankeschön für ihren Beitrag zu einer gesunden Umwelt sagen.“


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