31.01.2001 | 00:00

In Niederösterreich kurzfristig hohe Schwefeldioxidspitzen

Mit hoher Wahrscheinlichkeit „Import“ aus dem Ausland

Die vergangene Kältewelle brachte nicht die erwarteten höheren Schwefeldioxidwerte. Überraschenderweise gab es am vergangenen Freitag, 26. Jänner, bei Lufttemperaturen über dem Gefrierpunkt hohe Schwefeldioxid-Werte an mehreren Luftgüte-Messstellen im Osten Niederösterreichs. Um 14.30 Uhr begann der Anstieg in Gänserndorf. Zwischen 15 und 17 Uhr erfolgte dann an mehreren Stationen ein zum Teil markanter Anstieg der Schwefeldioxidbelastung. Die höchsten Werte wurden an den Messstellen Stixneusiedl mit 0,503 Milligramm und in Fischamend mit 0,437 Milligramm Schwefeldioxid pro Kubikmeter Luft als Halbstundenmittelwert festgestellt, also Konzentrationen, die dort schon mehrere Jahre nicht mehr auftraten. Höhere Werte als normal wurden aber auch an den Messstationen Gänserndorf, Deutsch Wagram, Wolkersdorf und Mistelbach gemessen. Die Schwefeldioxidwerte der Luftgütestation Stixneusiedl bewirkten eine Überschreitung der Grenzwerte für den vorsorgenden Immissionsschutz. Smogalarmgrenzwerte wurden aber nicht erreicht oder überschritten.

Das Ereignis fand bei östlichen bis südlichen Windrichtungen und eher geringen Windgeschwindigkeiten statt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind die Belastungen auf einen Schadstofftransport aus dem Ausland zurückzuführen, wobei die Schwefeldioxidwolken vermutlich aus dem Raum Bratislava stammen. Wegen der zum Zeitpunkt des Vorfalls herrschenden Verteilung der Windrichtung wurden die Schadstoffwolken nicht über Wien hinwegtransportiert, sondern streiften nur den Osten der Bundeshauptstadt und zogen dann weiter in Richtung Norden ins Weinviertel und nach Tschechien. Auffallend war, dass an der Station Hainburg keine besonders erhöhten Schwefeldioxidwerte festzustellen waren, ein Zeichen dafür, dass die Schadstoffwolken offenbar um diese Stadt herumgeführt wurden.

Höhere Schwefeldioxidkonzentrationen wurden in den letzten Jahren wegen der erfolgreichen Umweltschutzmaßnahmen immer seltener registriert. Das aktuelle Ereignis zeigt aber, dass die Gefahr solch erhöhter Schadstoffwerte noch nicht gebannt ist. Deshalb bleibt auch das Schwefeldioxid im Überwachungsprogramm des NÖ Luftgütemessnetzes bis auf weiteres erhalten, wenn auch die Gerätedichte etwas verringert wird. Ebenso aufrecht erhalten bleibt der Alarmierungsdienst, um bei Gefahrensituationen die Bevölkerung rechtzeitig warnen und informieren zu können. Aktuelle Daten der Schwefeldioxidkonzentrationen sowie andere Schadstoffwerte und Wetterinformationen sind über die Homepage des Landes Niederösterreich unter www.noe.gv.at unter Umwelt zu finden.


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