19.01.2001 | 00:00

Spitalsholding für Niederösterreichs Landeskrankenhäuser

NÖGUS-Vorsitzender LR Sobotka rechnet mit rascher Einigung

Niederösterreichs fünf Landeskrankenhäuser (Mödling, Tulln, Grimmenstein, Klosterneuburg-Gugging und Mauer) sollen künftig unter eine Spitalsholding gestellt werden, das Land bleibt weiterhin der Rechtsträger dieser Einrichtungen. Darauf einigten sich die ÖVP-Mitglieder bei ihrer Klubklausur. NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka ist überzeugt, dass mit einer derartigen Einrichtung die Führungsprobleme in einzelnen Krankenhäusern in den Griff zu bekommen sind, eine klare und straffe Struktur für Niederösterreichs Landeskrankenhäuser geschaffen wird und gleichzeitig die bisherigen Standards für den Versorgungsauftrag erfüllt und eingehalten werden können. Er rechnet damit, dass in dieser Frage auch mit dem Gesundheitsreferenten des Landes Niederösterreich eine rasche Einigung erzielt werden kann. „Alle offenen Fragen sollen bis Sommer dieses Jahres geklärt werden“, die Umsetzung sei damit bereits für das Budget 2002 machbar, zeigt sich Sobotka zuversichtlich.

Zu den wesentlichsten Aufgaben der Spitalsholding gehören die Umsetzung der Pläne, die Vertretung nach außen und die Erfüllung des Versorgungsauftrages. Gleichzeitig will man mit dieser Einrichtung Doppelgleisigkeiten vermeiden und eine bessere Abstimmung des Versorgungsauftrages der einzelnen Krankenhäuser erreichen. Die Holding soll von einem eigenen Holdingbeirat, dem der Gesundheitsreferent vorsteht und dem auch andere Regierungsmitglieder, Experten etc. angehören, geleitet werden. Des Weiteren ist an die Bestellung eines kaufmännischen und ärztlichen Vorstandes gedacht, die für Organisation, Qualitätsmanagement etc. zuständig sind. Die Mehrjahresplanung, die Geschäftsordnung, die Genehmigung des Voranschlages und des Rechnungsabschlusses sollen jedoch beim Land liegen. Sobotka: „Das Land behält quasi die Letztkontrolle.“ Mit der Holdinggründung soll eine externe Firma beauftragt werden.

Anschließend ging Sobotka in der gestrigen Pressekonferenz auch auf einen Bericht des Gesundheitsministeriums ein, der Niederösterreichs Krankenhäuser im Vergleich zu den anderen Bundesländern ein gutes Zeugnis ausstellt. So liege Niederösterreich beispielsweise bei den Kosten pro Verlagstag (5.400 Schilling) und bei den Kosten für den stationären Aufenthalt (rund 36.000 Schilling) jeweils an zweiter Stelle. Bei den Ambulanzkosten sei Niederösterreich überhaupt das effizienteste Land. Spielraum sieht der NÖGUS-Vorsitzende unter anderem bei der Auslastung der Betten, bei der der Wäscherei oder bei den baulichen Strukturen. „Bei einzelnen Kostenstellen kann noch etwas bewegt werden.“ Insgesamt stünden Niederösterreichs Krankenhäuser im Vergleich zu den anderen Bundesländern sehr gut da, der Bericht zeige aber auch auf, wo man noch einiges besser machen könnte, meinte Sobotka.


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