03.01.2001 | 00:00

„Foaste Raunacht“, „Berscht“ und „Zoderwascherln“

Brauchtum um den 6. Jänner in der „Eisenwurzen“

Weil in der Überlieferung die Mächte der Finsternis in der Zeit der kurzen Tage den Menschen das Fürchten lehren und böse Geister mit Sturm und Brausen über das Land ziehen, gehört das „Räuchern“ in den Raunächten am Heiligen Abend, zu Silvester und am Abend vor dem 6. Jänner seit langem zum Brauchtum.

In der „Eisenwurzen“ wird die dritte Raunacht vor dem Heiligen-Drei-König-Tag, die im Waldviertel den Namen „reich Nacht“ und in der Buckligen Welt „rei Muhlnacht“, die reiche Mahlnacht, führt, die „foaste Raunacht“ genannt: Im Kapuzinerkloster zu Scheibbs werden bei der Frühmesse am 5. Jänner auch Melissen geweiht, die bei Erkrankung des Viehs unter das Futter gemengt werden. Auf die Türen der Wohnräume schreibt man die Namen der Heiligen Drei Könige, die am Lichtmesstag wieder weggelöscht werden, auf die Stalltüren kommt ein Kreuz mit drei Querstrichen. In Göstling wird die Räucherasche am nächsten Tag auf das Kornfeld getragen.

Nach Auszügen aus der Ybbsitzer Chronik hatte in der „Berschtnacht“, wie die dritte Raunacht auch genannt wurde, im Hause peinliche Ordnung zu herrschen, kehrte doch die „Berscht“ mit den „Zoderwascherln“, den Seelen ungetauft verstorbener Kinder, in den Häusern ein. Nach einem üppigen Abendessen wurde Milch mit Semmelbrocken in einer Schüssel aufgetischt, die „Berschtmilch“ wurde aber nicht aufgegessen. Die restliche Milch blieb mit Löffeln in der Schüssel über Nacht auf dem Tisch stehen, damit die „Berscht“ mit ihren „Zoderwascherln“ etwas zum Essen vorfindet.

Das „Räuchern“ wiederum stellte neben der Unheilabwehr auch eine hygienische Maßnahme dar. Mancherorts zieht die ganze Familie betend mit brennendem Weihrauch durch die Räume, der emporsteigende Weihrauch ist Zeichen des Gebets und der geistigen Freude. Im ländlichen Raum wird der ganze Hof begangen, vielfach im Zusammenhang mit dem Sternsingen. Über die „Manufaktur Eisenstraße“ ist dafür per e-mail unter manufaktur@eisenstrasse.or.at oder unter der Telefonnummer 07443/853 00 eine ganz besondere Räucherpfanne in handgeschmiedeter Qualität erhältlich.

Nähere Informationen beim Kulturpark Eisenstraße-Ötscherland unter den Telefonnummern 07443/866 00-12 und 0664/162 58 62, Herbert Möbius-Patek, sowie per e-mail unter eisenpress@mcnon.com oder info@eisenstrasse.or.at.


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