22.12.2000 | 00:00

Hiltraud Ast schrieb Buch über Rohr im Gebirge

Land zwischen Piesting, Traisen und Schwarza: Weiterer Band

Hiltraud Ast hat allein im Verlag des Waldbauernmuseums Gutenstein zehn Bände veröffentlicht, die ganz ihr zuzuschreiben sind; dazu kommen noch zahlreiche Beiträge in weiteren Büchern. Jetzt hat die Autorin wieder „zugeschlagen“: Die Gemeinde Rohr im Gebirge (Bezirk Wiener Neustadt) gab ein weiteres Buch von Hiltraud Ast heraus, „Rohr im Gebirge. Heimat der Köhler“ erschien vor kurzem nach zweijährigen Recherchen mit 392 Seiten und rund 275 Abbildungen bzw. Skizzen. Das Buch kostet bis 31. Jänner 2001 370, dann 400 Schilling und ist beim Gemeindeamt, 2663 Rohr im Gebirge, oder bei der Gesellschaft der Freunde Gutensteins, 2770 Gutenstein, Postfach 11, zu haben.

Die geografische Lage, die Bedeutung des Ortsnamens und die Arbeitsverhältnisse ihrer Bewohner stehen am Beginn dieses lesenswerten Buches. Seine Fortsetzung findet das Werk dann in einer volks- und hauskundlichen Wanderung durch die historische Landschaft zwischen den Flüssen Schwarza, Piesting und Traisen. Spätestens dann merkt man auch die Verflechtung der Grundherren und Bauerndynastien, der Kleinhäusler, Arbeiter und Dienstboten, aber auch die bemerkenswerte Sachkenntnis von Hiltraud Ast.

Ursprünglich herrschte hier ein Urwald. Die Rohrer haben sich an den Quellflüssen der Schwarza angesiedelt und vor allem mit der Landwirtschaft, mit Kohlebrennen und Bottichbinden ihr hartes Leben gefristet. Die Köhler und Kohlbauern im Schneeberggebiet besitzen die heimliche Liebe der Autorin, die besonders hier ihr Fachwissen ausspielt.

Das älteste Grundbuch der Rohrer ist eine Handschrift und stammt von 1569, aber natürlich ist der Ort um Jahrhunderte älter und nach einem einheitlichen Kolonialsystem besiedelt. Rückschläge durch die Pest, durch Hunger und Verarmung folgten, Robot und Zehent belasteten die Menschen schwer. Auch der Raubbau an den Wäldern spielte – etwa durch die Holzkohle-Erzeugung – eine Rolle. Vor und um 1900 wurden viele Häuser verlassen, Großkapital und Jagdinteresse schlugen zu. 1938 verloren einige Rohrer die Heimstatt, weil sie die NS-Herrschaft – meistens gegen wenig Geld – enteignete.

Heute ist das Gemeinschaftsleben der Bevölkerung von Rohr mit seinen Vereinen besonders bemerkenswert. Die Rohrer haben sich an die neue Zeit angepasst, leben von der Forstwirtschaft, vom Tourismus und vom Wintersport. Die meisten von ihnen fahren täglich oder wöchentlich in das Piestingtal, nach Wiener Neustadt oder gar in das Wiener Umland zur Arbeit, die meisten, ohne zwischendurch ihrem Ort untreu zu werden.


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