22.12.2000 | 00:00

NÖ: 98 Millionen Schilling für NS-Zwangsarbeiter

Prokop: „Erlittenes Leid“ wird ersetzt

Niederösterreich stellt 98 Millionen Schilling als Entschädigung für die ausländischen NS-Zwangsarbeiter, die vorwiegend aus Polen, der Ukraine, Tschechien und Jugoslawien stammten, bereit. Die Bundesländer bringen gemeinsam 500 Millionen Schilling auf.

In ganz Österreich hätten ungefähr 840.000 Menschen Anspruch auf Entschädigung, es leben aber nur noch 220.000. Kriegsgefangene bekommen keine Entschädigung, sie durften laut Genfer Konvention für alle Arbeiten herangezogen werden. Niederösterreich hatte die höchste Zahl an Zwangsarbeitern, von denen 50.000 anspruchsberechtigt sind. Die Entschädigung basiert auf unterschiedlichen Sätzen: So bekommen KZ-Häftlinge 105.000 Schilling, zivile Arbeiter, die beispielsweise im Gewerbe eingesetzt waren, 35.000 Schilling und Arbeiter, die in der Landwirtschaft oder im Haushalt tätig waren, 20.000 Schilling.

In Österreich ist für die Abwicklung das kürzlich gebildete Kuratorium des sogenannten „Versöhnungsfonds“ zuständig. Vorsitzender des Kuratoriums ist Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel. Die praktische Durchführung erledigt ein Fondskomitee mit Generalsekretär ist Botschafter Richard Wotawa und Vorsitzenden Ludwig Steiner. Auch Vertreter des Bundes, der Bundesländer, der Wirtschaft, Botschafter der mittel- und osteuropäischen Länder und zwei US-Anwälte sind Mitglieder des Kuratoriums. Vertreter der Bundesländer ist Hofrat Dr. Anton Eggendorfer, Leiter des NÖ Landesarchivs.

Voraussetzung für den Beginn der Auszahlungen an die Zwangsarbeiter ist, dass die US-Anwälte alle Sammelklagen zurücknehmen. Bisher wurden sieben von rund zehn Klagen schon zurückgezogen.

Auch im Ausland wurden eigens gebildete Stiftungen für die Auszahlung gegründet. Die Betroffenen können sich an diese Komitees wenden.

„Mit dem Geld soll ‚erlittenes Leid‘ ersetzt werden. Wir hoffen, dass das Geld so rasch und unbürokratisch wie möglich ausbezahlt werden kann“, erklärte heute Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop.

Informationen über NS-Entschädigungen gibt es unter 02742/200-2042.


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