18.12.2000 | 00:00

Besondere Bedürfnisse, ausländische Kinder:

Bericht über „Integration in NÖ Kindergärten“ liegt vor

„Integration in NÖ Kindergärten“ nennt sich ein Bericht, der am Freitag – zum zehnten Mal übrigens – Landesrätin Christa Kranzl, verschiedenen Abteilungsleitern und Beamten des Amtes der NÖ Landesregierung, Kindergärtnerinnen und BeraterInnen im Landhaus in St.Pölten vorgelegt wurde. Der Bericht macht auf zwei Probleme aufmerksam: Wie kann man Kindern mit besonderen Bedürfnissen oder bei besonderen Sorgen helfen?

Der Bericht mit Stand vom 1. Dezember 2000 zeigt auf, dass in Niederösterreich 2.044 Kindergartengruppen bestehen. In diesen Gruppen werden 45.515 Kinder betreut. Davon gehören 284 Kinder mit besonderen Bedürfnissen Gruppen mit höchstens 24 Betreuten gleichen Alters an. Weitere 170 „Kids“ werden von Gruppen mit bis zu 28 Kindern betreut. Die Einzelintegration in den Wohnort-Kindergärten wird von Situation zu Situation mit dem Kindergarten-Personal, Experten und Eltern vereinbart. Die besten Bedingungen haben die 42 Heilpädagogisch-Integrativen Gruppen. Sie entstehen, wenn – bei einer Höchstzahl von 15 – drei bis fünf Kinder mit besonderen Bedürfnissen pro Gruppe Förderung und Unterstützung brauchen, wobei auch bei diesem Integrationsmodell die Nähe des Wohnortes Voraussetzung ist. Schließlich werden noch sieben Kinder in einer Heilpädagogischen Gruppe betreut. Diese – insgesamt 668 – Kinder haben ihre Pädagoginnen, eventuell Springerinnen und Stützkräfte, Heilpädagogische Kindergärtnerinnen und schließlich Pädagogische BeraterInnen zur Verfügung.

Natürlich ist das zu wenig. Denn zu den Kindern mit besonderen Bedürfnissen, deren Schwierigkeiten von einfachen Entwicklungsrückständen bis zu massiven Auffälligkeiten bei der Sprache oder zur geistigen Behinderung reichen, kommen noch jene, die mit „normalen“ Problemen kämpfen, die dem jeweiligen Kindergarten zum großen Teil bekannt sind.

Die zweite große Gruppe, die Unterstützung und Hilfe braucht, sind ausländische „Kids“, die aus verschiedenen Nationen und Kulturen stammen. Pro Jahr besuchen über 3.000 fremdsprachige Kinder die Landeskindergärten in Niederösterreich – mit all ihren Schwierigkeiten. Die ausländischen Kinder sollen aber genauso wie die inländischen zu gleichberechtigten Trägern der gesellschaftlichen Entwicklung werden, sieht ein Konzeptentwurf für „Interkulturelle Pädagogik“ zum Aufbau von Schwerpunktkindergärten vor. Anknüpfend an die Erfahrungen des Alltags und an die familiäre Situation der Kinder sollen ihr Handlungsvermögen und ihre Erfahrung in unserer Gesellschaft erweitert werden. Für diese Gruppe arbeiten derzeit 16 MitarbeiterInnen verschiedener Sprachen und Herkunft in den NÖ Kindergärten mit – was natürlich zu wenig ist und sich hauptsächlich auf die Ballungsgebiete auswirkt.


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