05.12.2000 | 00:00

„Opernball“ im Theater St.Pölten

Renaissance eines totgeglaubten Genres geht weiter

Das Theater der Landeshauptstadt St.Pölten setzt in seinem Verständnis als Theater für Niederösterreich weiterhin auch auf die Operette. Am Samstag, 16. Dezember, hat die Operette von Richard Heuberger „Der Opernball“ Premiere. Unter der musikalischen Leitung von Klaus Dieter Jung und unter der Regieführung von Sabine Bode spielen Wolf Aurich, Susanna Poulicek, Roxana Sajadi und andere. Chor und Ballett des Theaters St.Pölten agieren unter Heinz Heidenreich.

Der gebürtige Grazer Richard Heuberger stammte aus einer Handwerkerfamilie, studierte und wurde zunächst Eisenbahningenieur. Er zog dann nach Wien und lebte nur mehr für die Kunst. Er leitete bedeutende Chöre und lehrte am Konservatorium. Als Kunstkritiker folgte er Eduard Hanslik in der Neuen Freien Presse nach. Außer Chören und Liedern und einigen Orchesterwerken und Balletten schrieb Heuberger mehrere Opern, Erfolge stellten sich aber erst mit Operetten ein: Das Werk „Der Opernball“, 1898 uraufgeführt, setzte sich rasch und dauerhaft durch. Er komponierte noch einige weitere, heute weniger bekannte Operetten.

„Der Opernball“ gilt als eines der liebenswürdigsten Werke der „Goldenen Ära“ der Wiener Operette. Heubergers Musik ist auch für heutige Hörer attraktiv, am bekanntesten ist der Walzer „Komm mit mir ins Chambre séparée“. Der gute Besuch der Operettenproduktionen in St.Pölten und in Baden zeigt, dass die Operette auch heute noch lebt und besser ist als ihr Ruf.


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