27.11.2000 | 00:00

LH Pröll: Menschlichkeit und Familiensinn Ein Lob dem Ehrenamt

„Ein Land, in dem die Menschlichkeit zu kurz kommt, hat auch mit den besten Wirtschaftsdaten kein Recht, sich Top-Region zu nennen“, betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am Sonntag in der Radiosendung „Forum Niederösterreich“. Die landespolitischen Zielsetzungen, Niederösterreich unter die europäischen Top-Regionen zu führen und als „Insel der Menschlichkeit“ weiter zu entwickeln, seien also keine Gegensätze, sondern gehören zusammen. Pröll sprach sich für mehr „Familiensinn“ aus: „Ein Land tut gut daran, sich am Beispiel der Familie zu orientieren. Es muss allen Generationen ein sicheres Zuhause sein und gleichzeitig den Kindern und der Jugend optimale Chancen für das Leben zu bieten.“ Es geht darum, ein Netz für jene zu knüpfen, die Hilfe brauchen und gleichzeitig ein Trampolin für jene zu bauen, die höher hinauswollen und die höher hinauskönnen.

Eine Lanze brach Landeshauptmann Pröll für die Punsch-Stände der Wohlfahrtsträger, Serviceklubs, Einsatzorganisationen usw., die in diesen Tagen wieder in vielen niederösterreichischen Gemeinden aufgestellt wurden, wobei Spötter oft vom „Wohltätigkeitstrinken“ reden. Pröll: „Dahinter stecken sehr viel ehrenamtlicher Einsatz, sehr viel freiwilliges Engagement und sehr viele geopferte Freizeitstunden. Und zum guten Zweck kommt noch etwas sehr Wichtiges: Die Punsch-Stände sind zu ‚Städten der Begegnung‘ geworden. Man kommt hier zusammen, trifft Freunde und Bekannte, plaudert und fühlt sich als große Familie. Das ist doch viel zu selten geworden in einer Zeit, in der man zwar mit Hilfe der Technik weltweit kommuniziert, aber immer weniger von Mensch zu Mensch miteinander redet.“

Der technische Fortschritt eröffnet große Chancen und Möglichkeiten, doch dürfe im Streben nach vorne nicht das menschliche Maß verloren gehen. Katastrophen wie in Kaprun oder vor einem Jahr die Gasexplosion in Wilhelmsburg zeigen brutal die menschlichen Grenzen. In der Öffentlichkeit bewirken sie eine Welle an Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Solidarität, die aber leider oft sehr rasch verebbt. Größte Bewunderung und Dankbarkeit empfinde er, Pröll, gegenüber den Helfern, die nach solchen Tragödien geradezu Übermenschliches leisten.


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