20.11.2000 | 00:00

Im Landhaus in St.Pölten:

Jahrestagung „Natura 2000 in Österreich“

Bei der am Freitag in St.Pölten abgehaltenen Jahrestagung „Natura 2000 in Österreich“ referierten neben Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka auch Landeshauptmannstellvertreter und Naturschutzreferent Mag. Karl Schlögl und Agrar-Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank.

Ziel dieser Veranstaltung ist es, so Sobotka, über den aktuellen Stand über NATURA 2000 in Österreich zu informieren und die weitere Entwicklung voranzutreiben. Er hob auch die Bemühungen Niederösterreichs hervor, den ökologischen Kreislauf auch im Zusammenhang mit dem Energieverbrauch zu erweitern und nachhaltige Entwicklungen einzuleiten. Er verwies auf den immer stärker werdenden Einsatz von erneuerbarer Energie, auf die Förderung der Windkraft und auf die Maßnahmen im Hinblick auf das Klimabündnis. Auch die Gartenaktion nannte er in diesem Zusammenhang, weil hier die am stärksten belasteten Böden bestehen. Die Tagung bedeute einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung, betonte Sobotka.

Schlögl appellierte, gemeinsam mit Vorurteilen aufzuräumen. Sein Anliegen sei eine breite Diskussion zwischen Betroffenen, Landwirtschaft, Wirtschaft und Naturschutz. Im Idealfall soll NATURA 2000 in Niederösterreich wesentliche Grundlage für den Erhalt des europäischen Naturerbes und wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im ländlichen Raum sein. Zudem seien NATURA 2000-Gebiete keine Naturschutzgebiete, in denen keinerlei Eingriff erlaubt sei, geboten sei aber eine integrative Abstimmung zwischen Ökologie und Ökonomie.

Zur Präzisierung der Gebietsmeldungen führte Schlögl aus, dass bei 10 von 19 nominierten Regionen eine Trennung in ein Vogelschutz- und in ein kleineres Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet vorgenommen wurde, wodurch die FFH-Nominierungen um etwa ein Drittel auf ca. 20 Prozent reduziert wurden. Die Daten für eine Gebietskulisse der alpinen FFH-Gebiete sollen mit Ende 2000, jene für eine Gebietskulisse im Bereich der kontinentalen FFH-Gebiete nach Kartierung der richtlinienrelevanten Lebensräume Ende 2001 vorliegen. Allein die Präzisierung auf Basis wissenschaftlich erarbeiteter Fakten sei für die EU akzeptabel.

Plank verwies darauf, dass Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam in Niederösterreich seit Jahrzehnten viel bewegt hätten. Dass in Niederösterreich ein großer Teil der Landesfläche offensichtlich als Schutzzone geeignet sei, sei ein Indiz dafür, dass der Naturschutz bereits bisher nachhaltig in die Landwirtschaft eingebunden worden sei. Die Natura 2000-Grundziele würden von der Landwirtschaft voll anerkannt und mitgetragen, allerdings müsse die Landwirtschaft auch in dem Dialogverfahren für die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen für Managementpläne eine entscheidende Rolle spielen, ansonsten wäre das Grundziel, dass Natura 2000 ein Anliegen der gesamten Bevölkerung darstelle, nicht zu erreichen.

Den Standpunkt der Europäischen Kommission legte der höchste Naturschutzbeamte Europas, der zuständige Abteilungsleiter der Europäischen Kommission, Bruno Julien, dar.


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