13.11.2000 | 00:00

Kulturpreise des Landes Niederösterreich 2000 überreicht

Pröll: Je reichhaltiger das kulturelle Leben, desto reicher das Land

Mit einem auf Grund der tragischen Ereignisse in Kaprun geänderten Programm, an dessen Beginn eine Schweigeminute für die Opfer stand, wurden am Samstag in St.Pölten die Kulturpreise des Landes Niederösterreich für das Jahr 2000 überreicht. Es hätte ein fröhlicher und stolzer Nachmittag werden können, nunmehr sei diese größte und schönste Kulturveranstaltung des Landes nur noch ein stolzer Anlass, nachdem auf so brutale Weise die Grenzen des technischen Fortschritts aufgezeigt worden wären, stellte auch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll an den Beginn seiner Festrede. Die Ausgezeichneten repräsentierten die Vielfalt der Kulturlandschaft und das große kreative Potenzial Niederösterreichs. Sie seien Träger der kulturellen Dynamik und der Aufbruchstimmung in eine neue kulturelle Epoche. In Niederösterreich würden ebenso Kulturbauten wie das Landesmuseum und das Karikaturenmuseum in Krems in kürzester Zeit realisiert wie Ansätze zur Einsparung öffentlicher Mittel im Bereich der Kultur als kurzsichtig zurückgewiesen. Je reichhaltiger das kulturelle Leben, desto reicher sei auch das Land, deshalb seien im Budget 2001 die Kulturmittel aufgestockt worden.

Eine handfeste, eigen- und bodenständige Kulturarbeit sei die beste Gegenbewegung gegen die Gefahr der Gleichmacherei und den Verlust der Kommunikationsfähigkeit von Mensch zu Mensch. Vielfalt statt Einheitsbrei und die Bewahrung des eigenen Gesichts seien auch im Hinblick auf eine gesamteuropäische Perspektive wichtig. Niederösterreich strebe in der Kulturpolitik keine Abhängigkeiten an, sondern garantiere die Freiheit der Kultur. Dazu zähle auch die Verpflichtung der öffentlichen Hand, den entsprechenden materiellen Rahmen zu bieten. Nichts sei gefährlicher als Kulturschaffende einzuengen, so der Landeshauptmann abschließend.

Verliehen wurden in acht Kategorien insgesamt 28 Kulturpreise. In der heuer erstmals ausgeschriebenen Sparte Kulturinitiativen/soziokulturelles Handeln gingen Würdigungspreise an Otmar Biringer und Dorothea Draxler und Anerkennungspreise an die Burgruine Reinsberg und das Avalon-Kulturzentrum Waldviertel. In der Bildenden Kunst gingen der Würdigungspreis an Franz Graf und Anerkennungspreise an Ona B. und Judith P. Fischer. Den Würdigungspreis für Literatur erhielt Hermann Gail, Anerkennungspreise gingen an Waltraud Haas und Martin Prinz. Im Bereich Wissenschaft erhielten die Universitätsprofessoren Dr. Ernst Bruckmüller und Dr. Erich Thenius Würdigungspreise, Dr. Thomas Aigner, Peter Erhart, Dr. Matthias Mann und Mag. Bettina Schramml Anerkennungspreise. Der Würdigungspreis für Musik ging an Roland Batik, Anerkennungspreise erhielten Gerald Gradwohl und Günther Rabl. Ein Würdigungspreis in der Architektur ging an die Architektengemeinschaft Katzberger/Bily/Loudon, Anerkennungspreise erhielten Architekt Dr. Walter Zschokke und „The poor boy`s enterprise“. Für Erwachsenenbildung wurden Dr. Erika Schuster der Würdigungspreis und Mag. Susanne Hawlik und Gertrude Meitz, Anerkennungspreise verliehen. In der Medienkunst schließlich erhielt Michael Haneke den Würdigungspreis und Stephanus Domanig und Jörg Kalt Anerkennungspreise.


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