09.11.2000 | 00:00

Wiederherstellung einer jüdischen Zeremonienhalle in St.Pölten

LR Sobotka: „Gedeihliches Miteinander ist einzufordern“

Eine Feier auf dem jüdischen Friedhof in St.Pölten galt gestern, 8. November, der Fertigstellung der Außenrenovierung einer Zeremonienhalle dieses Friedhofes. Mit finanzieller Hilfe von Bund, Land, Stadt und privaten Spendern wurde das Bauwerk, das 1905 im Jugendstil errichtet und 1938 zerstört worden war, wiederhergestellt. Über dem straßenseitigen Eingang ist jetzt wieder die hebräische Schrift „Die Geborenen zum Tod und die Toten zum Leben“ zu lesen. Im Rahmen der Feier wurde aber auch die Broschüre „Geschichte wieder herstellen? St.Pöltens jüdische Vergangenheit“ präsentiert, die von der Historikerin Martha Keil verfasst wurde. Darin wird auf die einstige Größe der jüdischen Gemeinde in St.Pölten hingewiesen sowie auf den Bau der Synagoge, die schon vor einigen Jahren renoviert und zum Kulturzentrum umfunktioniert wurde. Sie ist auch Sitz des Institutes für Geschichte der Juden in Österreich.

Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka hob die Notwendigkeit hervor, derartige Bauwerke der Nachwelt zu erhalten. Hier gehe es nicht nur um eine kulturelle Aufgabe, sondern auch um die Konsequenzen, die man den Österreichern jüdischer Herkunft gegenüber zu ziehen habe. Es sei wichtig, dabei mitzuhelfen, ihre Individualität zu erhalten und ihren Denkmälern Augenmerk zuzuwenden. Sobotka erinnerte daran, dass es in St.Pölten einst eine jüdische Gemeinde mit mehr als 1.200 Mitgliedern gegeben habe, von denen 320 ermordet und die anderen vertrieben wurden. Nur drei Familien seien nach St.Pölten zurückgekehrt. Es sei aber auch wichtig, an einer bekenntnishaften Einstellung zu arbeiten und diese auch der Jugend mitzugeben, hob Sobotka hervor.

Die Broschüre „Geschichte wieder herstellen – St.Pöltens jüdische Vergangenheit“ ist im Institut für Geschichte der Juden in Österreich, Telefon 02742/77171-0, erhältlich.


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