27.10.2000 | 00:00

„Themendörfer“ im Zentrum des NÖ Zukunftstages

LH Pröll: „Rädchen in Richtung Zukunft weiterdrehen“

„Themendörfer“, also Dörfer und Regionen mit Zukunft und Profil, waren am Mittwoch in St.Pölten das Thema des niederösterreichischen Zukunftstages „Leben und Wohlfühlen im 21. Jahrhundert“, der von der NÖ Landesakademie veranstaltet wurde. „Mit der Initiative Themendörfer wollen wir Trends und Maßstäbe für ein neues Heimatbewusstsein setzen“, erläuterte Mag. Alberich Klinger, Geschäftsführer der NÖ Landesakademie. Themendörfer hätten ein eigenes Profil und seien Musterprojekte, die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts wie Wirtschaften, Wissen und Wohlfühlen entsprechen. Vorgestellt wurden die Projekte der vier Gemeinden Ybbsitz („Schmiededorf“), Prigglitz („Kulturdorf“), Wolkersdorf („Jugendstadt“) und Kautzen („Energiedorf“). „Parallel zur erfolgreichen Dorf- und Stadterneuerung sollen durch die ‚Themendörfer‘ neue regionale Chancen und Entwicklungspotentiale erschlossen werden“, führte Klinger aus.

Mit der zukünftigen Positionierung Niederösterreichs nach innen und außen und mit neuen und intelligenten Wegen, die dabei einzuschlagen sind, befasste sich Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Es gehe jetzt darum, über die Position Niederösterreichs nachzudenken und dieses Land zu einem Zukunftsland in Europa zu machen. Es dürfe aber nicht bei Schlagworten bleiben, sondern Taten müssten folgen. Schon bisher wurden Instrumente aufgebaut, um ähnliche Ziele zu verfolgen. Die Landesakademie habe sich zu einer Zukunftsakademie weiterentwickelt und liefere den entsprechenden Rahmen für die Weiterentwicklung des Landes. Wenn man von den Zielen Niederösterreichs ausgehe – Top-Region in Europa und eine Insel der Menschlichkeit – so müsse nun aktives Handeln folgen. Dabei seien gewisse Gefahren nicht zu übersehen. Die Menschheit sei heute technikverliebt und es werde rasch an einer virtuellen Welt gebaut. Je globaler die Entwicklung sei, desto regionaler müsse sich das Land entwickeln. Es sei notwendig, sich der heute zur Verfügung stehenden technischen Mittel zu bedienen, die Stärken zu verstärken und sich auf klar definierte Ziele zu konzentrieren. Wichtig sei auch ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Schöpfung. In der Vergangenheit wurden dabei die Grenzen oft verletzt. Jetzt sei viel Geld notwendig, um einen verantwortbaren Zustand wiederherzustellen.

Vor 16 Jahren entstand die Dorferneuerung, vor acht Jahren die Stadterneuerung, einiges wurde weitergebracht, wobei sich die Voraussetzungen mittlerweile geändert hätten. Bei dieser Bewegung seien 20.000 Aktivisten im Einsatz gewesen, die größte Bürgerinitiative, die es jemals gegeben habe. Diese scheinbar einfache Idee habe europäische Dimensionen angenommen. Jetzt müsse der Start in eine neue Phase erfolgen. 16 Dörfer seien bereit, den neuen Weg des Themendorfes mitzugehen. Mit Hilfe dieser Pilotdörfer werden neue Ideen verwirklicht werden, meinte Pröll. In gemeinsamer Anstrengung werde es gelingen, das Rädchen in Richtung Zukunft ein Stückchen weiterzudrehen.

Mit den Chancen der regionalen Entwicklung und mit dem Begriff „Heimat“ beschäftigte sich der Salzburger Wissenschafter Univ.Prof. DDr. Michael Fischer. „Der Ort bleibt entscheidend. Heute sind soziale Nahebedürfnisse und der Abwehrkampf gegen Entgrenzungen mehr denn je gefragt, denn viele Menschen befürchten, dass ihr Dorf von der Auflösung bedroht ist. Orte und Heimat haben soziale Qualität und Stabilität, die verlässliche Zugehörigkeit bieten.“ Demnach seien also die „Themendörfer“ Signale in die richtige Richtung, weil sie die Grundbedürfnisse erfüllen würden. Fischer: „Heimat liegt im Trend als Gegentrend zur Globalisierung. Man muss also die Orte bewahren und die sich bietenden Ressourcen effizient nutzen.“ Aufgabe der Politik sei es, positive Ziele zu liefern.


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