23.10.2000 | 00:00

Zur Fischerei im Nationalpark Thayatal

Gemeinsames Vorgehen von Tschechien und Österreich

Heftige Diskussionen mit Vertretern der tschechischen Fischereiverbände über die zukünftige Fischerei im Nationalpark Thayatal/Podyjí führten letztlich zu einer weitgehenden Einigung. Erfreut zeigte sich Nationalparkdirektor Brunner darüber, dass auch der Vertreter der nationalparkkritischen Bürgerinitiative den Vereinbarungen zustimmte.

Die jetzt erzielten Verhandlungsergebnisse können allerdings erst ein erster wichtiger Schritt über die künftige Fischerei im grenzüberschreitenden Nationalpark Thayatal/Podyjí sein, meinte Brunner nach dem Ende der Verhandlungen. Unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen sind mit die Ursache, dass es überhaupt noch notwendig ist, für den Schutz der Natur im Nationalpark argumentieren zu müssen.

Im Forellengewässer Thaya wird in Hinkunft ausschließlich mit der Fliege gefischt. Tschechien übernimmt damit die im Jahr 2000 in Österreich beschlossenen Fangmethoden. Dass damit weniger Fische gefangen werden, kommt der Natur zugute. Ein weiteres wichtiges Ergebnis war die Angleichung der Fischereizeiten. Immerhin konnten die Fangsaison um drei Monate verkürzt, die Tageszeiten weitgehend angeglichen werden.

Auch bei der Zahl der Fischereilizenzen zeigte sich Tschechien gesprächsbereit. Die Nationalparkverwaltung wird prüfen, wie die Zahl der Fischereilizenzen an diesem Thayaabschnitt reduziert werden kann. Durch Erhöhung des Fangmaßes wird sichergestellt, dass die Fische ablaichen können. Damit wird die natürliche Bestandesentwicklung erhöht.

Einziger Wermutstropfen für den Nationalpark war, dass der Gewässerbiologe des mährischen Fischereiverbandes der Schonung der im Nationalpark Thayatal vom Aussterben bedrohten Äsche nicht zugestimmt hat. „Dies hindert uns daran, effiziente Maßnahmen zum Wiederaufbau eines Äschenbestandes durchzuführen“, bedauert Brunner.

Für die nächste Zeit wurden weitere Verhandlungen in Tschechien vereinbart, um in den Folgejahren weitere Verbesserungen für den Naturhaushalt durchzusetzen. Besonderes Anliegen Österreichs: Die Angleichung der Schongebiete auf beiden Seiten der Grenze.


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