23.10.2000 | 00:00

Etappenweiser Ausbau der Westbahn

LH Pröll: Brauchen Miteinander von Schiene und Straße

„Im Interesse der Pendler und der Wirtschaft braucht es gut ausgebaute Infrastruktur und vor allem das Miteinander von Schiene und Straße in Niederösterreich“, betonte am Freitag Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll in einem Pressegespräch, das dem Ausbau der Westbahn gewidmet war. Die Notwendigkeit des Ausbaues der Westbahn unterstrich der Landeshauptmann auch anhand einiger Zahlen. Derzeit sind täglich rund 100 Güterzüge auf der Westbahn unterwegs, was in etwa 4.600 zusätzlichen Lkw-Zügen entspricht. Würden diese Güter auf der Straße transportiert, gebe es täglich einen Dauerstau auf der Westautobahn, wo bereits jetzt 7.000 Lkw pro Tag unterwegs sind, betonte Pröll. Ohne Bahnausbau würden bis zum Jahre 2010 etwa 12.000 Lkw-Züge pro Tag auf der Westautobahn fahren.

Die Westbahn, die derzeit täglich rund 20.000 Personen benützen, sei darüber hinaus auch ein wichtiger Nahverkehrsträger, so Pröll. Zu den bereits 25 Doppelstockwaggons, die auf dieser Strecke unterwegs sind, werden demnächst weitere 20 kommen, kündigte der Landeshauptmann an. Für den Ankauf von insgesamt 120 Doppelstockwaggons, die auf allen Bahnlinien in Niederösterreich zum Einsatz kommen, zahlt das Land rund 1,7 Milliarden Schilling.

Um das Umsteigen attraktiver zu machen, werden außerdem zusätzliche Park-and-ride-Stellplätze geschaffen. In Prinzersdorf wird derzeit eine Anlage gebaut, in Böheimkirchen und Pöchlarn soll demnächst mit dem Bau begonnen werden. Weitere Anlagen in Tullnerbach-Preßbaum, Neulengbach, Purkersdorf-Gablitz, Amstetten, Loosdorf und Eichgraben sind in Vorbereitung. Pröll: „Von den insgesamt 7.000 Stellplätzen, die seit 1994 auf Initiative des Landes errichtet wurden, befinden sich 2.000 entlang der Westbahn.“

Anschließend ging der Landeshauptmann auf den derzeitigen Stand der Ausbaumaßnahmen auf der Westbahn ein. Der 7 Kilometer lange Abschnitt Krummnußbaum – Säusenstein (Kosten 1,2 Milliarden Schilling) und der 4,6 Kilometer lange Abschnitt Sarling – Ybbs (Kosten 1 Milliarde Schilling) wurden bereits fertiggestellt. Am Samstag wurde mit dem 36 Kilometer langen und 7,3 Milliarden Schilling teuren Abschnitt zwischen Prinzersdorf und Pöchlarn ein weiteres Teilstück eröffnet (siehe NLK Seite 5). Gebaut wird derzeit auch an der Güterzugumfahrung St.Pölten sowie an den Abschnitten Amstetten – Mauer, Aschbach – Krenstetten, St.Peter – Seitenstetten, Haag – St.Valentin und den Bahnhof St.Valentin. Diese Abschnitte werden zwischen 2001 und 2003 fertiggestellt und sind mit Kosten von knapp 12 Milliarden Schilling veranschlagt. Es fehlen dann noch die Abschnitte Wien – St.Pölten, Ybbs – Amstetten und die Umfahrung Enns. Bis 2010 soll, so der Landeshauptmann, die gesamte Westbahn durchgehend viergleisig befahrbar sein. Ein wichtiger Verkehrsträger der Zukunft ist für Pröll auch die Donau, die derzeit, nicht zuletzt aufgrund der Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien, nur zu 5 Prozent genutzt wird.


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