19.10.2000 | 00:00

NÖ Leerflächeninformationssystem ins Leben gerufen

Gabmann: Ortskerne erhalten und Nahversorgung sichern

In St.Pölten präsentierten gestern Wirtschafts-Landesrat Ernest Gabmann und Hofrat Dr. Gerhard Silberbauer, Leiter der NÖ Raumplanung, während der Fachtagung „Ortskern aktiv – Leben ins Zentrum“ das neue NÖ Leerflächeninformationssystem (LIS). LIS ist eine Serviceleistung von Land und Wirtschaftskammer Niederösterreich im Rahmen von NAFES, der Niederösterreichischen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufes in Stadtzentren. Die Kosten des in der Pilotphase mit rund 600.000 Schilling veranschlagten Projektes werden zu fünf Sechstel vom Land und zu einem Sechstel von der NÖ Wirtschaftskammer getragen.

Gabmann betonte in diesem Zusammenhang, in der momentanen Situation, in der Österreich die größte Dichte an Einkaufszentren an der Peripherie innerhalb Europas aufweise, betrachte es das Land als wirtschaftspolitische Aufgabe, die Ortskerne zu erhalten, die Innenstädte zu beleben, die Nahversorgung zu sichern, den Kaufkraftabfluss zu stoppen und so Lebensqualität und -kultur zu garantieren.

Nach der Aktion „Ortskern kreativ“, an der 50 Gemeinden und 70 Werbegemeinschaften teilgenommen hätten und in der eine Million Schilling Preisgeld ausgeschüttet worden sei, habe man nun im Rahmen von NAFES, wofür das Land insgesamt 50 und die NÖ Wirtschaftskammer 10 Millionen Schilling bereitstellen, das LIS ins Leben gerufen. Mit dem österreichweiten Vorzeigeprojekt LIS werden über das Internet unter www.leerflaechen.at Investoren über leerstehende Flächen in Ortskernen informiert, Gemeinden zur Kooperation motiviert und die zentralen Themen in der Bevölkerung aktuell gehalten, so Gabmann.

Silberbauer reihte diese jüngste Aktion zur Verhinderung der Verödung von Ortszentren in eine Reihe in den letzten Jahren gesetzter Maßnahmen des Landes ein. So habe neben der seit 1992 bestehenden Stadterneuerung NAFES einen ungeheuren Multiplikatoreffekt über das Maß der eingesetzten finanziellen Mittel hinaus gebracht, so dass man durchaus hoffen könne, dass sich Standortbonität und der Trend zum Erlebniseinkauf langfristig durchsetzen werden.

In jüngster Zeit kümmere sich im Weiteren ein eigenes Management um günstige Lösungen für potenzielle Frequenzbringer, auch eine heuer erstmals ins Leben gerufene Wohnbauförderung für Stadtkerne sei gegen Suburbanisierungstendenzen gerichtet. In der zentralen Frage des Verkehrs – schließlich ginge nach drei Strafmandaten jeder Käufer verloren, so Silberbauer – biete das Land neben Verkehrsberatungen und der Schaffung von Parkplätzen ab Jänner ein für alle niederösterreichischen Gemeinden gültiges und den unübersichtlichen Schilderwäldern entgegenwirkendes, einheitliches Orientierungssystem.


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