16.10.2000 | 00:00

Pröll: „Niemand darf in Niederösterreich frieren!“

Heizkostenzuschuss, Wohnbauförderung, Streetworker

„Menschen, die aus Armut frieren, das wäre ein Armutszeugnis für unser Land. Wir hätten kein Recht mehr auf den Anspruch, Niederösterreich als ‚Insel der Menschlichkeit‘ auszubauen. In Niederösterreich darf niemand frieren!“ So begründete Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am Sonntag in der Radiosendung „Forum Niederösterreich“ den Heizkostenzuschuss in der Höhe von 1.000 Schilling, der heuer sozial Bedürftigen gewährt wird. Als weitere Beispiele für die Zielsetzung „Niederösterreich als Insel der Menschlichkeit“ nannte er die sozial treffsichere Wohnbauförderung und den Einsatz von Streetworkern zur vorbeugenden Bekämpfung der Drogensucht.

Anspruch auf den Heizkostenzuschuss haben Mindestpensionisten, Arbeitslose und Notstandshilfe-Empfänger, junge Mütter, die Karenzgeld beziehen, und einkommensschwache Familien, die die NÖ Familienhilfe erhalten. Die Abwicklung erfolgt einfach, unbürokratisch und bürgernah, Anträge können ab 3. November bei den Gemeindeämtern eingereicht werden. Der Landeshauptmann appellierte an die Betroffenen: „Scheuen Sie sich nicht, einen solchen Antrag zu stellen. Sie können nichts für den hohen Ölpreis. Genieren müsste sich nur die Gemeinschaft, wenn sie jemandern frieren lässt.“

Als die beste Sozialpolitik bezeichnete Pröll eine gute Familienpolitik, weil sie vorbeugend wirkt und verhindert, dass viele soziale Probleme überhaupt entstehen. Großes Gewicht komme dabei modernen und erschwinglichen Wohnungen zu. Deswegen lege er größten Wert auf die soziale Treffsicherheit der NÖ Wohnbauförderung. Vor wenigen Tagen wurde wieder die Förderung von fast 11.000 Wohneinheiten in Eigenheimen und Mehrfamilienhäusern, im Neubau- und im Sanierungsbereich beschlossen, also, so der Landeshauptmann, „Wohnraum für fast 11.000 niederösterreichische Familien“.

Neue Wege geht das Land in der Suchtbekämpfung mit dem flächendeckenden Einsatz von Streetworkern. Das sind professionelle Jugendbetreuer, die gezielt dort auftreten, aufklären und warnen, wo die Gefahren drohen, also z.B. bei Rockkonzerten, in Discos, Jugendzentren usw. Die ersten Streetworker werden in den Bezirken Mödling, St.Pölten und Wiener Neustadt eingesetzt. Pröll: „Auch hier gilt für uns Vorbeugen ist besser als Heilen.“


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