29.06.2007 | 18:10

„Sozialmedizinisches Zentrum Thermenregion“

Kooperationsmodell für die Spitäler Baden und Mödling

Es sollen sowohl Einsparungseffekte als auch eine Verbesserung der medizinischen Versorgung in dem am dichtesten besiedelten Raum Niederösterreichs erzielt werden: Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer und Badens Bürgermeister LAbg. Prof. August Breininger präsentierten gestern ein Kooperationsmodell für ein „Sozialmedizinisches Zentrum Thermenregion“, einen Krankenhausverbund zwischen dem Landeskrankenhaus Mödling und dem Städtischen Krankenhaus Baden. Es soll, so Bauer, ein erster Schritt in Richtung auf einen Spitalsverband, also „einer Krankenanstalt mit einer Anstaltsleitung und einer Anstaltsordnung an zwei Standorten“ sein. Er sei überzeugt, dass das Kooperationsmodell Anfang 2001 starten kann. Breininger nannte als Voraussetzung entsprechende Beschlüsse des NÖGUS, der Landesregierung und der Stadtgemeinde Baden.

Der Plan sieht zunächst Kooperationen sowohl im medizinischen als auch im wirtschaftlichen Bereich vor. Im medizinischen Bereich gibt es Möglichkeiten zur Zusammenarbeit vor allem bei den Abteilungen der Gynäkologie und Geburtshilfe, der Unfallchirurgie, der Chirurgie und dem Labor, weiters in speziellen Bereichen der pädiatrischen Versorgung, der Konsiliaruntersuchungen sowie der onkologischen und urologischen Betreuung. Im wirtschaftlichen Bereich sollen Einsparungs- und Spezialisierungseffekte vor allem in der Materialwirtschaft erzielt werden, etwa durch den gemeinsamen Einkauf, eine Zentralküche und eine Zentralapotheke sowie einen gemeinsamen Werkstättendienst. Nach Berechnungen der Beratungsfirma FOCUS liegt allein hier ein Einsparungspotential von jährlich rund 25 Millionen Schilling.

Landeshauptmannstellvertreter Dr. Bauer meinte, die beiden nur 15 Kilometer voneinander entfernten Häuser würden ohne Zusammenarbeit immer Grundversorgungsspitäler mit einigen Fachschwerpunkten bleiben. Dagegen könnte durch eine Zusammenführung auch eine wesentliche Verbesserung und Ausweitung der medizinischen Versorgung erfolgen, etwa in den Bereichen Neurologie und Psychiatrie. Seine Perspektive sei es, durch eine stärkere Kooperation mit Pflegeheimen, der Hauskrankenpflege und den niedergelassenen Ärzten den Weg „von einer Versorgungsregion zu einer Gesundheitsregion“ einzuschlagen. Bürgermeister Breininger meinte, die Stadt Baden sei reformwillig und erhoffe sich natürlich auch eine Senkung des Abganges, der heuer bereits 67 Millionen Schilling erreicht. Sicher seien, wie gestern auch eine Diskussion mit den Beteiligten gezeigt habe, noch viele Details zu lösen.

Bei Bewährung des Verbundes soll dieser schon ab Jänner 2004 in einen Krankenanstaltenverband übergeführt werden, der als eigene Rechtsperson die beiden Krankenhausstandorte als eine Krankenanstalt mit einer Anstaltsleitung und einer Anstaltsordnung und als modernen optimierten Wirtschaftsbetrieb lenken würde. Die Entscheidung darüber soll nach einer Evaluierung der Verbunderfahrungen im Jahr 2002 getroffen werden.


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