17.08.2000 | 00:00

Optimale Versorgung für NÖ Schlaganfallpatienten:

Studie schafft Grundlagen für bessere Rehabilitation

Schon vor zwei Jahren wurde mit der Planung von „Stroke-Units“ in Wiener Neustadt, St.Pölten, Gugging, Horn, Mauer-Amstetten und Mistelbach zur raschen Hilfeleistung bei Schlaganfällen begonnen. In den ersten drei Standorten laufen diese Einrichtungen bereits zur Zufriedenheit, an den anderen Standorten ist es in nächster Zeit bzw. spätestens in zwei Jahren soweit. Um auch im anschließenden Rehabilitationsbereich bessere Chancen für das weitere Leben der Schlaganfallpatienten zu erreichen und den Akut-Bereich zu ergänzen, veranlasste Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer eine Studie über alle Möglichkeiten der Rehabilitation und stellte dafür aus Sondermitteln des Gesundheitsbudgets eine Million Schilling zur Verfügung. Unter der Federführung der Landesakademie, vertreten durch Doz. Dr. Kurt Sablik, arbeiten Doz. Dr. Udo Zifko (Neurologe in Bad Pirawarth) und Dr. Martin Schindl (Facharzt für Physikalische Medizin in Gmünd) an den Grundlagen für die Untersuchung und Verbesserung des Versorgungs- und Rehabilitationsumfeldes für die Schlaganfallpatienten in Niederösterreich.

„Es geht darum, durch gute Zusammenarbeit und verbesserte Datenlage eine medizinische Optimierung zu erreichen“, nannte Landeshauptmannstellvertreter Dr. Bauer das Ziel der Studie. „Durch eine Optimierung der Rehabilitation vermindere sich das Risiko für den Einzelnen, den Schlaganfall nicht zu überleben bzw. nicht mehr in das gewohnte Leben zurückkehren zu können“, so Bauer.

Derzeit erleiden in Niederösterreich jährlich rund 3.700 Menschen einen Schlaganfall, ein Drittel davon stirbt, ein weiteres Drittel wird zum Pflegefall. Ein Drittel lebt relativ normal mit einem Restdefizit, davon wiederum kann ein Teil in den Beruf zurückkehren. „Der Altersdurchschnitt liegt zwar bei 68 Jahren, aber ein Schlaganfall ist in jedem Alter, sogar schon im Mutterleib möglich. Er ist keine Krankheit des alten Menschen, und ein Viertel der Schlaganfallpatienten wird davon im beruflich-aktiven Alter betroffen“, stellt dazu Dr. Zifko fest.

Nach einer endgültigen Konzepterstellung für die Studie gibt es einen dreimonatigen Probelauf mit eingeschränkter Patientenzahl, nach dessen Auswertung erfolgt der endgültige Start. Mit dem Abschlussbericht an die NÖ Landesregierung und der Veröffentlichung ist im August 2002 zu rechnen.


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