27.07.2000 | 00:00

Seit 1992 auch in NÖ Nachschulungen bei schweren Verstößen

85 Prozent der Autolenker werden nicht mehr rückfällig

85 Prozent der Autolenker werden nach einem Kurs, bei dem sie eine Schulung gegen den Alkohol am Steuer und andere Verstöße machen, nicht mehr rückfällig. Bei Kandidaten ohne den Nachschulungskurs sind es nur 60 Prozent. Vor allem „Ersttäter“ bestärken die eingeführten Maßnahmen, ihr Fahrverhalten zukünftig zu ändern. Notorische Alkolenker haben die Chance, geläutert zu werden. Mit dieser Mitteilung überraschte kürzlich das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Morgen, Freitag, 28. Juli, ist nämlich die Chance, dass eine Behörde begleitende Maßnahmen wie das Training von Einstellung und Verhalten anordnen kann, zehn Jahre alt.

Anfang 1992 wurden schließlich schärfere Bestimmungen eingeführt: Mit dem Probeführerschein wurden Führerschein-Neulinge, die während der Probezeit einen schweren Verstoß wie Alkohol am Steuer, Fahrerflucht, Rasen oder Fahren gegen die Einbahn begehen, zu einer Nachschulung verurteilt. Seit 1997 müssen LenkerInnen bei einem Alkoholgehalt von 1,2 Promille oder mehr eine verpflichtende Nachschulung besuchen. Ab 1,6 Promille ist nicht nur die Nachschulung Pflicht, sondern auch eine verkehrspsychologische Untersuchung. Selbstverständlich wird – je nach Alkoholisierung – der Führerschein auf längere Zeit eingezogen.

Die Nachschulungen werden von einem speziell ausgebildeten Verkehrspsychologen durchgeführt, der mit den Teilnehmern Strategien für ein richtiges und sicheres Verhalten im Straßenverkehr erarbeitet. Gemeinsam mit den Teilnehmen wird das Fahrverhalten analysiert, Probleme besprochen und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Ziel dabei ist, sensibler und bewusster mit den Gefahren im Straßenverkehr umzugehen. Bei einer verkehrspsychologischen Untersuchung werden Reaktionsvermögen, Wahrnehmung und Konzentration getestet und die Einstellung zum Fahren, aber auch die Risikobereitschaft erforscht. Das Ergebnis ist dann die Basis für die Erstellung eines Gutachtens durch Verkehrspsychologen. Nachschulungen und verkehrspsychologische Untersuchungen werden in Niederösterreich zum Beispiel vom Kuratorium für Verkehrssicherheit durchgeführt. 1999 wurden vom Kuratorium für Verkehrssicherheit in Niederösterreich 610 Nachschulungen nach einem Probeführerschein durchgeführt. 1.750 LenkerInnen mussten sich – weil alkoholauffällig – einer Nachschulung und 2.330 einem verkehrspsychologischen Test unterziehen.


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