28.06.2000 | 00:00

Prävention, Beratung und Therapie:

Prokop und Bauer stellten neuen NÖ Suchtplan vor

Prävention, Beratung und Therapie sind die Schwerpunkte des neuen niederösterreichischen „Suchtplanes“, der heute in St.Pölten von Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop und Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer vorgestellt wurde. Der Suchtplan wurde vom bisherigen Drogenkoordinator Dr. Gerald Bachinger erstellt, umsetzen wird ihn seine Nachfolgern Mag. Margit Itzenthaler. „Die wichtigsten Vorhaben in der Vorbeugung sind beispielsweise die Schulung der Eltern, der Ausbau des Netzes an Trainern und das Streetworking, bei dem ausgebildete Jugendbetreuer sich besonders um gefährdete Jugendliche kümmern“, erläuterte Prokop. In der Beratung soll in jedem Bezirk eine entsprechende Stelle eingerichtet werden, die Auskunft über alle illegalen Suchtmittel gibt. In der Therapie setze man auf ambulante Versorgungen für Suchtkranke in sieben Krankenhäusern, die eine psychiatrische Abteilung haben. Zudem solle eine zentrale Kriseninterventionsstelle eingerichtet werden. „Nicht strafen, sondern aufklären ist unser Motto in der Suchtarbeit“, betonte Bauer. Das Hauptaugenmerk gelte der Persönlichkeitsstärkung der Jugendlichen. Es sei erwiesen, dass Jugendliche, die aus einem sozial schwächeren Elternhaus kommen, wesentlich mehr suchtgefährdet seien. Die Jugendlichen müssten trotz aller Freiheit ihre Grenzen kennen. „Das Suchtmittelgesetz ist ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung von Drogentätern. Eine Verschärfung oder Liberalisierung der gerichtlichen Suchtvorschriften ist also nicht notwendig“, meinte Bauer. Auch die Jugendschutzgesetze sollten zwischen den Bundesländern einheitlich gestaltet werden.

Das Land Niederösterreich stellt für die Suchtarbeit heuer 23,3 Millionen Schilling bereit, wovon 7,2 Millionen auf die Prävention, 5,2 Millionen auf die Beratung und 10,9 Millionen Schilling auf die Therapie entfallen.


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