26.06.2000 | 00:00

Naturerlebnis Wachau auf dem Weg zum Welterbe

Landschaftspflege wird vom Land NÖ finanziell unterstützt

Die Nominierung der Kulturlandschaft Wachau mit den Stiften Melk und Göttweig sowie der Altstadt von Krems bei der UNESCO als Welterbe-Stätte und die Bemühungen um Trockenrasen-Standorte in der Region standen im Mittelpunkt einer Pressekonferenz in Spitz an der Donau, zu der am Freitag Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer und der Vorsitzende des „Arbeitskreises zum Schutz der Wachau“, Bürgermeister Dr. Hannes Hirtzberger, einluden.

Denkmäler von außergewöhnlicher Bedeutung zu schützen und zu bewahren, das ist das Ziel der „Welterbe-Liste“, in die schon 630 Objekte eingetragen sind. Der Bund und das Land Niederösterreich einigten sich – unter anderen Kulturlandschaften und Kulturdenkmälern im gesamten Staatsgebiet – auch über die Unterstützung der Wachau, wobei gegenüber dem bereits erklärten Europadiplomgebiet die Altstadt von Krems und – als Enklave – das Stift Göttweig zusätzlich zur Welterbe-Stätte in der Kategorie einer Kulturlandschaft erklärt werden sollen. Mit einer Entscheidung durch die UNESCO ist im Dezember 2000 zu rechnen.

Dazu kommen noch – seit nunmehr neun Jahren – die Bemühungen des in Stift Zwettl beheimateten „Ökokreises“, wertvolle Trockenrasen-Standorte in der Wachau zu erhalten. Seit 1994 werden die – anfangs ehrenamtlichen – Pflegemaßnahmen durch das Land auch finanziell unterstützt. 1999 flossen auf diese Weise 1,8 Millionen Schilling vom Land für Maßnahmen in die Wachau. 1999 wurde der „Ökokreis“ von der Naturschutzabteilung des Landes zudem beauftragt, ein LIFE-Natur-Projekt vorzubereiten, das alle Lebensräume des Natura 2000-Gebietes „Wachau-Jauerling“ einschließt. Die Interessen von Bauern und Forstwirten, Touristen oder Weinbauern werden dabei koordiniert. Im teilweise sehr schwierigen Gelände der Wachau werden die Pflegemaßnahmen in den artenreichen Trockenlandschaften von ökologisch und naturschutzfachlich geschulten Mitarbeitern des Ökokreises geleistet.

Und so sieht das Programm aus: Beim Höhereck und dem Franzosendenkmal in Dürnstein existiert ein großflächiger Steppenrest mit einzigartiger Ausstattung, wie zum Beispiel die Prachtkönigskerze. Im Norden St.Michaels wurde ein von Trockensteinmauern und Gehölzgruppen durchsetzter Wiesenkomplex 1998 zum Naturdenkmal erklärt. Im Westen des Ortes ist gleichfalls großflächiger Trockenrasen als Steppenrest sichtbar. Im Hinterhaus bei Spitz tritt Felstrockenrasen als Steppenrest auf, der am Setzberg in derselben Gemeinde als größte, außerordentlich vielfältige und reich strukturierte Landschaft von internationaler Bedeutung auftaucht, das mit dem Vorkommen von Kuhschelle, Federgras, Nadelröschen, aber auch von vierzig Tagfalter-Arten die Nominierung als „Europäisches biogenetisches Reservat“ rechtfertigt. Der Vogelsang bei Spitz, Sommerl bei Schwallenbach mit den Orchideen-Wiesen oder die Ritzling-Quelle mit dem Bestand an Frühlingsknotenblumen sind weitere als Naturdenkmal geschützte Standorte. Dazu wurde noch die Teufelsmauer bei Spitz wegen der Pflege des Flaumeichen-Bestandes als beantragtes Naturdenkmal in das Pflegegebiet aufgenommen.

Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer meinte, er sei überzeugt, dass diese bevorstehende Entscheidung der UNESCO, die Wachau als Welterbe-Stätte aufzunehmen, positiv ausfalle. Eine Kulturlandschaft wie die Wachau brauche natürlich auch Eingriffe, sie braucht Landschaftspflege, und deshalb habe der Ökokreis eine wichtige Aufgabe, mit acht Naturschutzdenkmälern und einem beantragten Denkmal sein sehr erfolgreiches Programm durchzuziehen.


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