19.05.2000 | 00:00

Umwelt-Informationstag für NÖ Gemeinden

Sobotka: Großräumige Lösungen nachhaltigen Wirtschaftens

In St.Pölten fand gestern ein Umwelt-Informationstag für niederösterreichische Gemeinden zu den Bereichen Abfallwirtschaft, Wasser – Abwasser – Luft, Contracting, Energiesparen, Infrastruktur/Verkehr und Telekommunikation statt. Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka betonte dabei, es gehe bei diesen so wichtigen Themen generell um großräumige Lösungen für die gesamte Ostregion, um ein nachhaltiges Wirtschaften für die nächsten Generationen, um einen Produktions-Stop von Altlasten und eine Absicherung bzw. Sanierung der Wasservorräte.

Beim Thema Abfall verwies der Landesrat auf die klare NÖ Strategie von Vermeiden – Trennen – Verwerten, die auch dank der Arbeit der Kommunen und der landesweiten Aktion „Sei g’scheit, vermeid“ dazu beigetragen hätte, dass die Zuwachsraten bei Haus- und Restmüll seit 1992 nicht mehr wesentlich gesteigert, in Teilbereichen sogar deutlich gesenkt und jedenfalls geringer als die Wirtschaftswachstumsraten ausgefallen wären.

Hinsichtlich der Verwertung erneuerte Sobotka das klare Bekenntnis des Landes und der NÖ Abfallwirtschaftsverbände zur Verbrennung, die mittlerweile auch vom WWF in der Schweiz als die geeignetste Methode anerkannt worden sei. Umweltpolitik dürfe nicht von der wirtschaftlichen Nutzung räumlicher Voraussetzungen dominiert werden, weshalb er Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der zufolge einer Strategie aus den 80er-Jahren angelegten riesigen Deponievolumen für andere Nutzungsmöglichkeiten begrüße.

Im Bereich Abwasser erhob der Landesrat die Forderung nach einer klaren Ausrichtung vom Grenzwert zum Richtwert im Wasserrechtsgesetz sowie nach ökologischen Modellen wie etwa in der Ökosiedlung Dunkelsteinerwald, die den Wasserkreislauf forcieren. Um die Gemeinden nicht vor unlösbare Probleme zu stellen und die Ökostandards aufrechterhalten bzw. leistbar machen zu können, brauche Niederösterreich hier die Unterstützung des Bundesgesetzgebers, wofür er gemeinsam mit den Landesräten Knotzer und Stadler bei Minister Molterer vorsprechen werde.

Das Contracting nannte Sobotka abschließend ein in der Öffentlichkeit noch zu wenig bekanntes Instrument zur besseren Bewirtschaftung von Stoffkreisläufen für knappe Kassen bzw. klares Signal, dass Umweltschutz nicht nur koste, sondern wirtschaftlich auch etwas bringe. Im Rahmen des NÖ Umweltsystems NUS gehe Niederösterreich jetzt auch daran, den durch Umwelt-Zertifizierungen in der Privatwirtschaft erzielten wirtschaftlichen Erfolg auch auf den Non-Profit-Bereich umzulegen.


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